Universitätsbibliothek Braunschweig

Was ist CoOL Start Page?

CoOL  ist ein Orientierungssystem für die Bibliothek und für das World Wide Web.
CoOL enthält selbst keine Dokumente oder Datenquellen, sondern es soll den Weg dahin zeigen.

Kein Mensch weiß, wieviele Millionen WWW-Adressen es gibt. Sicher ist nur: jeden Tag werden es mehr. Dasselbe gilt aber für gedruckte Dokumente, also Bücher und Zeitschriften, und man wird auf Dauer beides brauchen. Sucht man etwas in solchen Massen von Material, ist es wichtig, ein Gefühl für Qualität zu entwickeln. Das kann Ihnen niemand abnehmen! Wir versuchen natürlich, im CoOL-System Adressen "mit Niveau" zusammenzustellen, aber kein Nutzer kommt am Ende um die eigene Urteilsbildung herum. Für die Beurteilung der "Qualität" eines Angebots gibt es zum Glück eine Anzahl von Kriterien, die wir weiter unten auflisten.
Jetzt erst einmal zu den mehr allgemeinen Fragen.

Sie sind unsicher, was ein "Browser" ist oder eine "URL"? Dann hier klicken -> Web-Begriffe
Homepage-Adressen stehen schon routinemäßig auf Briefköpfen, Visitenkarten, Anzeigen, Verpackungen, und oft kann man sogar eine ganz leicht erraten, z.B.  www.braunschweig.de  oder  www.bahn.de. An jede interessante Seite kann man sich ein elektronisches Eselsohr machen, ein "Bookmark", um sie später mit einem Knopfdruck wieder aufrufen zu können. Notizzettel oder Karteikarten braucht man dafür nicht. (Der Microsoft-Internet-Explorer nennt die Eselsohren "Favoriten".)
Hat man für eine Frage noch keine geeignete Adresse, wird einem das Zurechtfinden im Internet auf verschiedene Weise erleichtert:

Allgemeine Suchmaschinen
Scheinbar leicht zu benutzen, liefern diese Instrumente beeindruckend schnell enorme Mengen von Hinweisen. Doch genau das ist immer öfter ein Problem: 1000 und mehr "Treffer" kann man nicht in angemessener Zeit durchsehen. Manchmal ist etwas genau passendes auf der ersten oder zweiten Seite, ob allerdings  unter 10.000 oder mehr "Treffern" genau die eine richtige Quelle überhaupt dabei ist, dafür gibt es keine Garantie. Anders gesagt: die Präzision der Suche ist völlig unkontrollierbar. Darauf wird man allerdings nicht hingewiesen, und es ist auch klar, warum:
Die Besitzer der Suchmaschinen müssen ihre Dienste allein aus Werbeeinnahmen finanzieren, denn die Nutzer zahlen dafür nichts. Das Angebot zielt daher auf den Massenmarkt, nicht auf die akademische Welt, nicht auf wissenschaftliche Interessen. Geld bringt nur die nachgewiesene Zahl der Benutzungen, nicht der Erfolg der Suche.

Spezielle Suchmaschinen
Solche gibt es unüberschaubar viele. Forschungseinrichtungen, aber auch Privatpersonen mit Spezialinteressen, haben für ihren engeren Bereich nicht selten einen Dienst auf der Basis eines sog. Harvester-Programms eingerichtet. So ein Programm wird gezielt auf bestimmte Bereiche des Web angesetzt, um genau diejenigen Quellen zu sammeln und dann durchsuchbar zu machen, die für das betreffende Fachgebiet oder Spezialthema vermutlich relevant sind. Aber auch diese Instrumente arbeiten weitgehend mechanisch. Zur Verbesserung der Ergebnisse werden neue Konzepte entwickelt (Metadaten), aber diese haben die Praxis noch nicht auf breiter Basis erobert.

Surfen
Nicht die schlechteste Methode, doch man braucht dafür eine gewisse Disziplin und einen Blick für das Wesentliche, sonst verliert man sich im Uferlosen und fragt sich nach Stunden, was man eigentlich erreicht hat! Man beginnt mit einer Adresse, die man von irgendwem oder sonstwoher bekommen hat, vielleicht sogar von einer Suchmaschine - oder von CoOL. Halbwegs gute Web-Seiten haben Links, die zu anderen relevanten Seiten verweisen, und so kann man mit etwas Glück und ein paar Mausklicks zu einer brauchbaren Ressource, d.h. einer Informationsquelle, vorstoßen. Wo sich diese genau befindet, darauf achtet man schon kaum noch, denn die physische Entfernung spielt kaum eine Rolle. Je nach Tages- oder Nachtzeit, Netzbelastung und Dateigröße kann sogar eine Seite aus Neuseeland schneller da sein als eine aus der Nachbarstadt. Oft ist eine E-mail-Adresse angegeben, mit der man dem zuständigen Webmaster eine Rückmeldung senden kann, denn der ist meistens an Verbesserungsvorschlägen interessiert. Oder man findet eine E-mail-Diskussionsliste, schreibt sich dort ein und kommt damit laufend zu neuen Ansichten und Anregungen.

Qualitätsfragen
Hier nun die versprochenen Kriterien, mit denen man eine Informationsquelle (nicht nur im WWW) bewerten kann. Vielleicht fallen Ihnen noch weitere Kriterien ein, die für Ihre speziellen Interessen wichtig sind! Denn "Qualität" hat mitunter auch einen subjektiven Aspekt.

  1. Verfasserschaft. Ist angegeben, wer den Inhalt verfasst hat oder dafür verantwortlich ist? Sind Zuständigkeiten klar erkennbar oder ist alles anonym? Sind E-Mail-Adressen zuständiger Personen angegeben?
  2. Vertrauenswürdiger Anbieter. Der Verlag, die Einrichtung oder Organisation kann sehr bekannt oder auch sehr obskur sein. Hat man noch nie davon gehört, ist größere Umsicht geboten beim Verwerten des Materials. Nicht selten findet man überhaupt keine (reale, postalische) Adresse angegeben! Seriöse Anbieter sollten darauf nicht verzichten.
  3. Empfehlungen. Besonders auf Gebieten, wo man sich selber nicht gut auskennt, sollte man zunächst solche Quellen aufsuchen, die von Kennern empfohlen werden. Die CoOL-Listen geben in vielen Fällen knappe Hinweise, doch das mag nicht immer ausreichen!
  4. Aktualität. Kann man sehen, auf welchem Stand der Inhalt ist? Wann veröffentlicht, wann zuletzt bearbeitet? Wird der Inhalt regelmäßig aktualisiert?
  5. Inhaltlicher Schwerpunkt, Ausrichtung. Ist erkennbar, zu welcher Organisation,  Institution oder Firma die Web Site gehört? Solche Zugehörigkeiten können dem Inhalt eine bestimmte Richtung geben ...
  6. Zielgruppe. Wer wird angesprochen? Es sollte erkennbar sein, ob das Angebot sich an Fachkräfte, Spezialisten, Laien, Fans, Lehrer, potentielle Kunden, oder an eine diffuse Allgemeinheit wendet.
  7. Inhaltliche Qualität. Ist die angebotene Information auf dem aktuellem Stand der Dinge, genau, verifizierbar (sind Quellen angegeben), werden Einschränkungen offen zugegeben? Ist das Material relevant für den beabsichtigten Zweck? Ist ein Bemühen um Objektivität erkennbar?
  8. Stil und Geschmack. Wie andere Medien, so sollte auch ein Web-Angebot ein gutes sprachliches Niveau aufweisen. Druckfehler, Schlampereien und Ungeschicklichkeiten im sprachlichen Ausdruck, unmotivierte orthographische Eigenwilligkeiten, langatmige Darstellungsweisen usw. sind so wenig angemessen wie in Büchern und Zeitschriften. Ein Übermaß an graphischen und anderen Spielereien (die nur ablenken) und vor allem aufdringliche Werbung machen ein Angebot fragwürdig.
  9. Strukturierung. Ist das Angebot übersichtlich dargestellt, findet man sich leicht zurecht? Sind die Links zuverlässig? Sind viele Klicks nötig?
  10. Stabilität. Ändert die Web Site häufig ihr Aussehen? Ist die Adresse und ihre einzelnen Angebote jederzeit erreichbar oder kommen Ausfälle vor? Sind die URLs für einzelne Dokumente stabil? (Sehr wichtig, wenn man zuverlässig zitieren will!)


Und was ist CoOL ?
Den Suchmaschinen Konkurrenz zu machen, das ist nicht der Job einer Universitätsbibliothek. Sie ist jedoch immer schon ein Wissensspeicher mit großen Ressourcen, und das meiste davon ist noch nirgends online vorhanden, sondern eben nur auf Papier; nicht ganz so leicht zu finden und zu bekommen, aber nicht weniger wertvoll. Zu den Unterschieden zwischen Bibliothekskataloge und Suchmaschinen gibt es eine vergleichende Gegenüberstellung.
Der Catalog of Object Links der UB Braunschweig soll die gedruckten und die elektronischen Informations-Objekte zusammenhängend erschließen, weil man beides braucht. CoOL ist ein Sprungbrett für beide Welten: für's Surfen und für's Stöbern.
Wie das aussieht und funktioniert, das schauen Sie sich am besten selber an, denn mit langen, theoretischen Erklärungen werden Sie sich nicht aufhalten wollen - CoOL ist ein Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck.
Wir verraten aber dieses: es steckt eine allegro-Datenbank dahinter, und diese Software ist eine Eigenentwicklung der UB. Deshalb gibt es CoOL noch nirgendwo sonst.

Wenn Sie noch mehr wissen wollen:What's CoOL? Im Detail.dann dieses Symbol anklicken.

... und wenn Sie eine gute Adresse wissen, die im CoOL-System fehlt, oder wenn Sie sonstige Vorschläge für Verbesserungen haben: bitte schnell eine Mail schicken! Denn das System ist ausbaufähig, und jeder kann dabei mithelfen.


(c) 1998- UB Braunschweig
1998-02-26 / 2005-01-27
zuständig: B.Eversberg