Plakat Ausstellung Buecher binden

Bücher binden
Ein tradionelles Handwerk

Ausstellung vom 31. Mai 2002 bis zum 30. August 2002 in der Universitätsbibliothek Braunschweig

In Zeiten, in denen Informationen aus dem Internet auf dem Bildschirm gelesen werden, wertvolle Bücher vollständig digitalisiert nur noch aus Dateien mit Megabits bestehen und wo Verlagsneuerscheinungen in Druck- und Bindestrassen industriell als Massenware produziert werden, wird die Arbeit des handwerklichen Buchbinders nur noch von wenigen gekannt und in Anspruch genommen. Dabei haben sie über die Jahrhunderte nützliche Dienste geleistet und kunstvolle Einbände geschaffen.

Nicht nur die prunkvollen Einbände alter Handschriften, auch die Leder- und Pergamenteinbände des 16. Jahrhunderts, gearbeitet von berühmten Buchbindern wie z.B. Jakob Krause in Dresden, für bekannte Sammler wie z.B. Jean Grolier, zeugen vom Können und großer Kunstfertigkeit. Gleiches gilt etwa auch für die Einbände von Otto Dorfner in Weimar, Leiter der Buchbinder-Meisterklasse am Bauhaus, oder anderer bekannter Buchbindereien aus Leipzig Anfang des 20. Jahrhunderts.

Es gibt Einbände mit unterschiedlichen Bezugsstoffen und in verschiedenen Bindetechniken. Manche Bücher haben besondere Verzierungen wie Goldprägung oder z. B. einen Goldschnitt. Verarbeitet werden Materialien wie Papier, Pappe, Leder, Pergament, Goldfolie mit Werkzeugen wie dem Falzbein, der Heftlade, Hammer, Säge, Schere, Messer und Pressen.

Interessant ist auch die Geschichte des Buchbinderhandwerks. Nach einer meist dreijährigen Lehre musste ein Geselle auf Wanderschaft gehen, um in anderen Werkstätten seine Kenntnisse zu erweitern, bevor er seine Meisterprüfung mit vorgeschriebenen Leistungen ablegen konnte. Aufgaben, Rechte und Pflichten regelten die Buchbinderordnungen und auch für die Preisgestaltung gab es oft einheitliche Vorgaben.

In Braunschweig gibt es eine Buchbindergilde seit 1656. Der älteste bekannte Buchbinder aus der Stadt Braunschweig ist Tider Woltmann, der um 1450 hier gearbeitet hat. Aber auch heute gibt es noch Buchbinder in der Region, die mit ihren Meisterstücken und anderen schönen Einbänden ihr Können zeigen.

Anhand von Fachliteratur und Beispielen wird in der Ausstellung dargestellt, wie Bücher in einer Handwerks-Buchbinderei gebunden werden. Exponate sind auch verwendete Materialien und Werkzeuge. Außerdem geben schöne Einbände aus dem 15. Jahrhundert bis heute einen Eindruck vom handwerklichen und künstlerischen Können der Buchbinder.

Da das Buchbinderhandwerk in Braunschweig immer gut vertreten war und ist, wird auf die Geschichte und die Buchbinder aus Braunschweig besonders eingegangen.

 

Eröffnung der Ausstellung am 30.5.2002
19:30 Uhr Ausstellungseröffng durch Prof. Dr. D. Brandes als Leiter der Universitätsbibliothek und Frau U. Busch-Heck als Obermeisterin der Buchbinderinnung Hannover-Braunschweig.

 

Führung durch die Ausstellung am 20.6.2002
15:00 Uhr Die Führung erfolgt durch Buchbindermeisterin U.Busch-Heck und Bibliotheksoberrat H.-J. Zerbst

 

Führung durch die Ausstellung am 8.8.2002
17:00 Uhr Die Führung erfolgt durch Buchbindermeisterin U.Busch-Heck und Bibliotheksoberrat H.-J. Zerbst

 

Führung durch die Ausstellung am 12.9.2002
17:00 Uhr Die Führung erfolgt durch Buchbindermeisterin U.Busch-Heck und Bibliotheksoberrat H.-J. Zerbst

© Universitätsbibliothek Braunschweig, Hans-Joachim Zerbst, 22.5.2002 ub@tu-bs.de