Robert Fricke
(24. September 1861 - 18. Juli 1930)
Professor für Mathematik an der Technischen Hochschule Carolo-Wilhelmina Braunschweig
Ausstellung vom 24. September - 29. Oktober 2011
Anlässlich der 150. Wiederkehr des Geburtstages von Robert Fricke, 1894 bis 1930 Professor für Höhere Mathematik an der Technischen Hochschule Braunschweig, erinnert die Universitätsbibliothek im Eingangsbereich mit einer kleinen Präsentation von Büchern sowie Archivalien aus dem Universitätsarchiv und den Vieweg-Archiven an diesen Hochschullehrer.
Am 24. September 1861 wird Robert Fricke in Helmstedt geboren. Der Sohn eines Beamten verbringt seine Kindheit und Jugend in Braunschweig, wo er 1880 am Martino-Katharineum das Abitur macht. Anschließend studiert er Physik, Mathematik und Philosophie in Göttingen, Zürich, Berlin, Straßburg und Leipzig, wo er 1885 das Lehramtsexamen ablegt und im selben Jahr bei Felix Klein ( 1849-1925) mit einer Arbeit "Über Systeme elliptischer Modulfunktionen von niederer Stufenzahl" promoviert wird.
Fricke kehrt nach Braunschweig zurück und geht als Gymnasiallehrer in den Schuldienst, von dem er sich jedoch bald beurlauben lässt, da er als Privatlehrer der Söhne des Braunschweiger Herzogregenten, des Prinzen Albrecht von Preußen (1827 – 1906), tätig wird. Diese Anstellung bietet ihm den Freiraum für mathematische Forschungen gemeinsam mit seinem Lehrer Felix Klein, der seit 1886 an der Universität Göttingen lehrt. 1891 habilitiert sich Fricke an der Universität Kiel, und im September 1892 wird er Privatdozent an der Universität Göttingen.
Am 1. April 1894 (in dasselbe Jahr fällt auch seine Eheschließung mit Eleonora Flender, einer Nichte von Felix Klein) erfolgt die Berufung als Professor für Höhere Mathematik an die Technische Hochschule Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, deren Rektor er von 1904 – 1906 sowie von 1921 – 1923 ist. 1920 ist Fricke Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung.
Robert Fricke widmet sich der mathematischen Ausbildung der Studenten der Ingenieur- und Naturwissenschaften und betont – im Gegensatz zu anderen Hochschullehrern – die Relevanz der Höheren Mathematik in der Anfängerausbildung. Dies spiegelt sich auch in seinen Publikationen wider, die sich darüber hinaus auch mit Modulfunktionen oder automorphen Funktionen befassen.
Fricke erringt hohes Ansehen unter den zeitgenössischen Mathematikern, was sich u. a. auch aus einem Briefwechsel mit William Burnside (1852 – 1927), dem englischen Pionier der Gruppentheorie, ablesen lässt. Er gibt mit anderen die Gesammelten Werke seines Lehrers Felix Klein sowie die von Richard Dedekind (1831 – 1916), seines Vorgängers in Braunschweig, heraus.
Am 18. Juli 1930 stirbt Robert Fricke in Bad Harzburg.