| Ausstellung Gustav Gassner |
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Gustav Gassner *17.1.1881 Berlin, †
5.2.1955 Lüneburg
Gustav Gassner wurde in Berlin geboren, besuchte dort das Gymnasium und studierte nach bestandenem Abitur in Halle und Berlin, wo er auch 1906 promoviert wurde. Im Anschluss war er an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin und der Biologischen Reichsanstalt Berlin/Dahlem tätig und von 1907 bis 1910 an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Montevideo (Uruguay). Er habilitierte sich 1911 in Kiel, wurde 1915 Professor in Rostock, 1917 außerordentlicher und vier Jahre später ordentlicher Professor an der Technischen Hochschule Braunschweig. Hier leitete er das Botanische Institut und den Botanischen Garten und setze sich sehr erfolgreich für die Erweiterung seines Faches ein. So gelang es ihm 1926, die bis dahin sehr beengten räumlichen Verhältnisse durch den Neubau des Institutsgebäudes zu verbessern. Im gleichen Jahre wurde er Präsident der Deutschen Botanischen Gesellschaft. 1931 wählte ihn die Deutsche Akademie der Naturforscher–Leopoldina zum Mitglied. 1932 wurde er zum Rektor der TH Braunschweig gewählt, geriet jedoch bald darauf mit den Nationalsozialisten in Konflikt. Ebenso wie sein Vorgänger im Amt, Otto Schmitz, oder wie der Dekan und Prorektor Carl Mühlenpfordt wehrte er sich gegen massive Eingriffe des Volksbildungsministers Klagges (NSDAP) in die akademische Selbstverwaltung. Ihm wurde daraufhin eine "Ordnungsstrafe der Warnung" durch Klagges erteilt. Seine Situation verschärfte sich dramatisch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Berlin 1933. Der starke auf ihn und den Senat ausgeübte Druck bewegte ihn zum Rücktritt. Am 1. April 1933 wurde er unter dem Verdacht, "vorbereitend an hochverräterischen Unternehmungen mitgewirkt zu haben", verhaftet und "wegen politischer Unzuverlässigkeit" am 30. September 1933 entlassen. Daraufhin emigrierte Gassner in die Türkei. In Ankara war er als Sachverständiger des Landwirtschaftsministeriums und Direktor des Pflanzenschutzdienstes tätig. Er kehrte 1939 nach Deutschland zurück und arbeitete in Magdeburg bei der Fahlberg-List-AG, wo er die biologische Forschungsabteilung leitete. Nach dem Krieg wurde er nach Braunschweig an die Hochschule zurückberufen. Er trat 1945 wieder in das Rektorenamt ein und organisierte den Wiederaufbau der in Trümmern liegenden Carolo-Wilhelmina. 1946 bis 1948 war Gassner einer der Vorsitzenden der Hochschulrektorenkonferenz. 1949 wurde er in den Deutschen Forschungsrat berufen, ein wissenschaftspolitisch tätiges Gremium, das 1951 im Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufging. Maßgeblich war sein Anteil beim Aufbau Braunschweiger Forschungsanstalten. So wirkte Gassner als Präsident der Biologischen Zentralanstalt für Land- und Forstwirtschaft von 1947-1951, aus der die heutige, die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) hervorging. Er war bei der Gründung der FAL, der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, beteiligt, die als Landwirtschaftliche Forschungsanstalt Braunschweig Völkenrode ins Leben gerufen wurde und deren kommissarischer Präsident er von 1948 bis 1949 war. 1951 verlieh ihm die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Göttingen die Ehrendoktorwürde. Und, anlässlich seines 70. Geburtstages, ernannten ihn Rektor und Senat der Technischen Hochschule zum Ehrensenator „in Anerkennung seiner unvergänglichen Verdienste um die Technische Hochschule Carolo-Wilhelmina, deren Bestand und Freiheit er in schwerer Zeit wahrte und die er nach dem Zusammenbruch zu Wiederaufbau und kraftvoller Entwicklung führte“. Im selben Jahr wurde er emeritiert, er vertrat aber sein Fach weiterhin kommissarisch. 1952 verlieh ihm Bundespräsident Theodor Heuss das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik für seine besonderen Leistungen auf dem Gebiete des Pflanzenschutzes und zum Wohle der Landwirtschaft. Gassners besondere wissenschaftliche Verdienste liegen im Gebiet der Phytopathologie und der angewandten Biologie. Er untersuchte die Brandpilze und die Brandkrankheiten der Getreide, so dass mit geeigneten Maßnahmen der Befall etwa von Weizen und Gerste bekämpft werden konnte. Daneben war die Physiologie und Ökologie der Rostpilze ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit, und schließlich sind die zahlreichen Aufsätze zur Keimungsphysiologie zu nennen. Es liegen ca. 200 Veröffentlichungen von Gassner vor. Sein bekanntes und beliebtes Lehrbuch und Nachschlagewerk „Mikroskopische Untersuchung pflanzlicher Nahrungs- und Genußmittel“ (später "... Lebensmittel") wurde auch nach seinem Tod mehrfach aufgelegt. Zur Gustav Gassner Gedächtnis-Vorlesung |
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10. 05. 2006
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