Dem Hebammenwissen auf der Spur. "Zur
Geschichte der Geburtshilfe"
Ausstellung vom 4.2. bis 29.4.2000
in der Universitätsbibliothek Braunschweig
Der Streit zwischen Hebammen und Ärzten über die
richtige Art von Geburtshilfe ist alt. Doch ist es schwer, den
historischen Standpunkt der Hebammen darzustellen, weil sie nur
wenige schriftliche Zeugnisse hinterließen.
Die von Christine Loytved, M.A. (Hebamme und
Kulturwissenschaftlerin, Universität Osnabrück) und Prof.
Dr. Bettina Wahrig-Schmidt (Leiterin der Abteilung für
Geschichte der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Pharmazie, TU
Braunschweig) erarbeitete Wanderausstellung tastet sich anhand von
Holzschnitten und Kupferstichen alter Hebammenlehrbücher an
ursprüngliches Hebammenwissen heran. Sie stellt die
unterschiedlichen Sichtweisen auf die Gebärende und ihre Frucht
im Laufe der Jahrhunderte dar und gibt einen
allgemeinverständlichen Einblick in die Geschichte der
Geburtshilfe.
Die Konzentration liegt auf den Themenschwerpunkten
Gebärhaltungen, Anatomische Vorstellungen, Darstellung
des Ungeborenen, Verhältnis Hebamme - Arzt, Hilfsmittel und
Instrumente. Neben historischen Hebammenlehrbüchern und
großen Fotoreproduktionen daraus sowie aktueller Literatur zur
Geschichte der Geburtshilfe werden der Nachbau eines
Gebärstuhls von 1650, Kräuter aus den Rezepten für
Schwangere, Neugeborene und Wöchnerinnen sowie alte
geburtshilfliche Instrumente und Anschauungsobjekte aus der Zeit um
1800 zu sehen sein.
Zu den Hebammen, die ihre Erfahrungen schon früh schriftlich
niederlegten, gehört auch Anna Elisabeth Horenburg, eine
braunschweigische Hebamme. Ihr Lehrbuch "Wohlmeynender und nöthiger
Unterricht der Heeb-Ammen" erschien 1700 und gehört ebenfalls zu
den Exponaten.
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