Plakat der Ausstellung

Konrad Koch

und der Fußball in Deutschland

Ausstellung vom 6. Februar bis 13. April 2006 verlängert bis 15.09.
in der Universitätsbibliothek Braunschweig


Die Ausstellung ist während der allgemeinen Öffnungszeiten der Bibliothek zu  besichtigen
Bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. gab es in China eine dem Fußball sehr ähnliche Sportart, die bis ins 8. Jahrhundert n. Chr. möglicherweise sogar in Profiligen ausgeübt wurde.
Griechische Reliefs und Vasenmalereien zeigen Athleten bei Ballspielen; in Mittelamerika ist von Mayas und Azteken ein Steißballspiel ü�berliefert, das vergleichbar mit unserem Fußballspiel ist.
Aus Frankreich und Italien sind Treibballspiele bekannt wie der ab dem 15. Jahrhundert in Italien verbreitete Calcio storico.
In England wurde seit dem Mittelalter Fußball gespielt: Zwei Dörfer versuchten einen Ball durch das gegnerische Stadttor zu schießen, auch wenn sie kilometerweit voneinander entfernt lagen.
1846 erstellten Studenten aus Cambridge die ersten Regeln - mit Mannschaften aus 15 bis 20 Spielern.
Der erste Fußballklub wurde 1857 gegründet: Sheffield F.C.
Englands Ruf als Mutterland des Fußballs beruht auf der Gründung des Football Association 1863 in London, die ein Regelwerk aufstellte, mit dem die Verbreitung des Fußballs wesentlich gefördert wurde. Dazu gehörten u.a. die Änderung der Abseitsregel 1866, die Reduzierung der Mannschaften auf 11 Spieler (1870) und 1871 das Verbot der Ballberührung mit der Hand.
Nach einem Rugby-Spiel zwischen Engländern und Amerikanern 1874 in Dresden wurde der Football Club Dresden gegründet.
Nur wenige Monate später veröffentlichte Professor  Konrad Koch, Gymnasiallehrer am Martino Katharineum in Braunschweig, die ersten Fußballregeln in deutscher Sprache.

Hermann Corvinus wurde am 6. Mai 1845 in Offleben bei Schöningen geboren.
Am 1. März 1870 wurde er am Martino Katharineum als Kollaborator eingestellt und 1874 erfolgte die Beförderung zum Oberlehrer. An schulfreien Nachmittagen versuchte er zusammen mit Konrad Koch, die schon fast vergessenen alten Spiele der Jahnschen Turngemeinde den Schülern wieder näher zu bringen.
Corvinus versuchte das Lehrerkollegium von diesen Nachmittagen zu überzeugen, um sie weiter ausbauen zu können und in den Lehrplan aufzunehmen. Doch für Neues nicht sehr aufgeschlossen lehnte das Kollegium dies ab.
Konrad Koch
Wesentlich zielstrebiger ging da der gerade 26-jährige Konrad Koch vor. Er erreichte 1872 durch seine Hartnäckigkeit die Einführung der Schulspiele am Martino Katharineum.
August Hermann
Zu der erfolgreichen Einführung des Fußballspiels trug August Hermann einen großen Teil bei.
Er wurde am 14.09.1835 in Lehre geboren. 1862 wurde er Bürgerschullehrer und ließ sich zum Turnlehrer ausbilden.
1869 kam er an das Gymnasium Martino Katharineum.
Er war ein guter Freund und Kollege Konrad Kochs und es gelang ihm, einen Fußball direkt aus England zu beschaffen.
Friedrich Reck
Bei der Erstellung der ersten deutschen Fußballregeln von Konrad Koch half Friedrich Reck.
Er wurde am  17.03.1827 in Gandersheim geboren und promovierte 1850 in Göttingen zum Dr. med.
August Hermann wurde durch Reck dazu angeregt, die Turnlehrerausbildung zu absolvieren, und Konrad Koch, der mit Recks Stieftochter verheiratet war, wurde für die Schulspiele begeistert. Er steuerte die in den Fußballregeln enthaltenen Gesundheitsvorschriften bei. Am 02.11.1878 starb er in Braunschweig.
Karl Gustav Gravenhorst
Auch noch zu nennen bei der Einführung des Fußballs in Deutschland ist Karl Gustav Gravenhorst.
Er war von 1866 bis 1881 Leiter  des Martino Katharineums.
Ihm ist es zu danken, dass die Fußballspiele gegen den ersten Widerstand des Lehrerkollegiums eingeführt wurden.

© Universitätsbibliothek Braunschweig, 09.02.2006 ub@tu-bs.de