Am 18. Mai 1748 unterzeichnete Herzog Carl I. die "Instruction für den Bibliothekarium des Collegii Carolini",
den ersten Nachweis über die Existenz einer Bibliothek des herzoglichen Collegiums Carolinum. Die heutige
Universitätsbibliothek Braunschweig wird in diesem Jahr demnach 260 Jahre alt.Am 12. März 2008 wird der Leitende Bibliotheksdirektor, Prof. Dr. Dietmar Brandes, 60 Jahre alt. Der promovierte Chemiker und habilitierte Botaniker leitet seit 1987 die Universitätsbibliothek und lenkte ihre Geschicke in mehr als 20 Jahren mit viel Erfolg.
Beiden Geburtstagen ist die Ausstellung
Mosaik des Wissens - 260 Jahre Universitätsbibliothek Braunschweig
gewidmet. Sie stellt den Wandel der ehemaligen Collegiumsbibliothek zur modernen "hybriden Bibliothek"
mit sowohl konventionell gedruckten als auch zeitgemäß digitalen Ressourcen und damit das weit gefächerte
Angebote der UB dar. |
Das wichtigste Instrument zum Auffinden der Bücher in Bibliotheken sind die
Kataloge: Ihre Entwicklung vom Zettelkatalog zum modernen Online-Katalog, angereichert mit Links zu Inhaltsverzeichnissen oder Volltexten, ist ein weiteres Thema, an das sich das bibliothekarische Datenbank-System allegro anschließt, das an der UB Braunschweig entwickelt wurde; seine Weiterentwicklung wird seit 1991 durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur als "Zusätzliche staatliche Aufgabe" gefördert.
Auch der Wandel zur hybriden Bibliothek, also zu einer Sammlung von gedruckten und
elektronischen Dokumenten, wird unter dem Stichwort
Datenbanken, Ebooks, EJournals beschrieben.
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Der elektronische Semesterapparat bietet Lehrenden der TU die Möglichkeit,
Aufsätze und Volltexte einem ausgewählten Studierendenkreis neben dem herkömmlichen
Semesterapparat zur Verfügung zu stellen. In der Digitalen Bibliothek werden Veröffentlichungen von TU-Angehörigen ebenso gesammelt wie die Digitalisate wertvoller botanischer oder zoologischer Bücher, von Werken aus der Pharmazie, von Kinderbüchern oder Brunsvigensien.
Ein wesentliches Element der Öffentlichkeitsarbeit ist neben der
Präsentation von Ausstellungen,
die Prof. Dr. Brandes institutionalisierte, und einer von ihm begründeten Veröffentlichungsreihe
Veröffentlichungen der Universitätsbibliothek Braunschweig
die Bibliotheksführung:
Das Projekt Fit für die Informationsbeschaffung
wird vom Niedersächsischen Kultusministerium
gefördert und wendet sich an die Schülerinnen und Schüler der Oberstufen.
Federführend ist hier die UB Braunschweig.
Das Sondersammelgebiet Pharmazie, fast 60 Jahre an der UB beheimatet,
wurde von Prof. Dr. Brandes in
seiner Zeit als Fachreferent betreut; seine Bemühungen darum rissen als Direktor nicht ab, so dass es
heute zu den herausragenden Sondersammelgebieten der DFG gehört und mit der Virtuellen Fachbibliothek
ViFaPharm einen umfassenden Zugang zu gedruckten und elektronischen Informationsquellen der Pharmazie
bietet.
Weitere Sondersammlungen wurden in den letzten zwanzig Jahren deutlich ausgebaut bzw.
an die UB geholt: Die Sammlungen von Kinderbüchern und von
Firmenschriften konnte durch
Ankäufe und bedeutende Geschenke erheblich erweitert werden.
Die Vieweg-Archive (Buch-, Verlags- und Briefarchiv) konnten mit Hilfe von Prof. Dr. Hopf in
die Universitätsbibliothek geholt werden; sie bieten wertvolle Forschungsobjekte. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass die Universitätsbibliothek die Produktion der GWV Fachverlage erhält. Seit vielen Jahren fungiert die UB als Bibliothek der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft.
Daneben hat sich Prof. Dr. Brandes auch überregional bibliothekarisch engagiert: Hier lagen seine
Schwerpunkte im Gemeinsamen Bibliotheksverbund und in der
Ausbildung des bibliothekarischen
wissenschaftlichen Nachwuchses.
Die Gründung des Fördervereins Universitätsbibliothek geht auf
einige Professoren der TU zurück; nach der Umstrukturierung wurde Prof. Dr. Brandes 2. Vorsitzender.
Dass alle Aktivitäten der UB Qualitätsstandards erfüllen und sich an der Benutzerzufriedenheit
ausrichten, darum kümmert sich seit vergangenem Jahr das von ihm aufgebaute
Qualitätsmanagement der UB.
Auch Planung und Einrichtung der Chemiebibliothek,
Planung, Bau und Bezug des
Erweiterungsbaus der UB und die Planung der
Zentralbibliothek für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften
(UB II) am Campus Nord werden erwähnt.
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