TU BRAUNSCHWEIG
Symbolfoto

Olympia: Spiele - Sport - Politik?  

Olympia: Spiele - Sport - Politik?

 


Olympia
Spiele - Sport - Politik?



Ausstellung vom 16. Juli - 03. November 2012

 

 

Die Ausstellung ist während der allgemeinen Öffnungszeiten der Bibliothek zu  besichtigen

 









Anlässlich der XXX. Olympischen Spiele, die vom 27. Juli bis 12. August 2012 in London stattfinden, zeigt die Universitätsbibliothek aus eigenen Beständen eine Ausstellung zur Geschichte der olympischen Spiele, ihrer Austragungsorte und ihrer Vermarktung.

Ausgehend vom antiken Olympia, wo die Wettkämpfe im dortigen Stadion als ein Teil der vier Panhellinischen Spiele seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. ausgetragen wurden, wird der Bogen geschlagen zu den Olympischen Spielen der Neuzeit. Sie wurden von Baron Pierre de Coubertin 1896 wieder eingeführt; erster Austragungsort war Athen im Ursprungsland. 1766 war man auf die antiken Stätten Olympias gestoßen, 1875 fand unter dem deutschen Archäologen Ernst Curtius eine groß angelegte Grabung statt und damit in der Zeit einer romantisch verklärten Antiken-Rezeption, die auch den olympischen Gedanken wieder auferstehen ließ.

Unter den verschiedenen Austragungsorten sind Berlin (1936) und München (1972) eigene Vitrinen gewidmet; in Berlin fanden die Spiele statt, die Hitler für seine gigantische Propagandamaschinerie missbraucht hatte, in München wurden die Spiele durch die Geiselnahme und Ermordung von 11 israelischen Athleten, einem deutschen Polizisten und der Tötung von fünf Terroristen überschattet.

Immer wieder spielt Doping auch bei olympischen Wettkämpfen eine traurige Rolle; hierzu steuert das von der DFG unterstützte und an der UB Braunschweig betreute Sondersammelgebiet Pharmazie seinen Teil an Literatur bei.

Im Lauf der Zeit waren die Olympischen Spiele der Neuzeit einem starken Wandel unterworfen: Die Zahl der Teilnehmer hat sich von 250 Athleten aus 14 Ländern bei den ersten neuzeitlichen Wettkämpfen 1896 auf 11.000 Athleten aus 204 Ländern im Jahr 2008 in Peking gesteigert. Die heutigen 302 Wettbewerbe gehen auf einen einzigen Wettlauf über die Distanz des Stadions (192,27 Meter) im antiken Olympia zurück.

Die heutigen olympischen Spiele werden allerdings nicht nur vom olympischen Gedanken beseelt, sondern stehen auch stark im Zeichen der Kommerzialisierung. Bis 1972 hatte der US-Amerikaner Avery Brundage als Präsident des IOC die Finanzierung durch Sponsoren unterbunden; unter der Präsidentschaft des Spaniers Juan Antonio Samaranch aber wurden bei den Sommerspielen 1984 in Los Angeles Vermarktungsrechte verkauft und 225 Mio. USD Überschuss erwirtschaftet. Seither gilt nicht nur für die Athleten: Dabei sein ist alles.



[i] zuletzt aktualisiert:22.08.2012
Email: ub@tu-bs.de