Die Ausstellung ist während der allgemeinen Öffnungszeiten der Bibliothek zu besichtigen
Anlässlich der XXX. Olympischen Spiele, die vom 27. Juli bis
12. August 2012 in London stattfinden, zeigt die
Universitätsbibliothek aus eigenen Beständen eine
Ausstellung zur Geschichte der olympischen Spiele, ihrer
Austragungsorte und ihrer Vermarktung.
Ausgehend vom antiken Olympia, wo die Wettkämpfe im dortigen
Stadion als ein Teil der vier Panhellinischen Spiele seit dem 2.
Jahrtausend v. Chr. ausgetragen wurden, wird der Bogen geschlagen zu
den Olympischen Spielen der Neuzeit. Sie wurden von Baron Pierre de
Coubertin 1896 wieder eingeführt; erster Austragungsort war
Athen im Ursprungsland. 1766 war man auf die antiken Stätten
Olympias gestoßen, 1875 fand unter dem deutschen
Archäologen Ernst Curtius eine groß angelegte
Grabung statt und damit in der Zeit einer romantisch
verklärten Antiken-Rezeption, die auch den olympischen
Gedanken wieder auferstehen ließ.
Unter den verschiedenen Austragungsorten sind Berlin (1936) und
München (1972) eigene Vitrinen gewidmet; in Berlin fanden die
Spiele statt, die Hitler für seine gigantische
Propagandamaschinerie missbraucht hatte, in München wurden die
Spiele durch die Geiselnahme und Ermordung von 11 israelischen
Athleten, einem deutschen Polizisten und der Tötung von
fünf Terroristen überschattet.
Immer wieder spielt Doping auch bei olympischen Wettkämpfen
eine traurige Rolle; hierzu steuert das von der DFG
unterstützte und an der UB Braunschweig betreute
Sondersammelgebiet Pharmazie seinen Teil an Literatur bei.
Im Lauf der Zeit waren die Olympischen Spiele der Neuzeit einem starken
Wandel unterworfen: Die Zahl der Teilnehmer hat sich von 250 Athleten
aus 14 Ländern bei den ersten neuzeitlichen
Wettkämpfen 1896 auf 11.000 Athleten aus 204 Ländern
im Jahr 2008 in Peking gesteigert. Die heutigen 302 Wettbewerbe gehen
auf einen einzigen Wettlauf über die Distanz des Stadions
(192,27 Meter) im antiken Olympia zurück.
Die heutigen olympischen Spiele werden allerdings nicht nur vom
olympischen Gedanken beseelt, sondern stehen auch stark im Zeichen der
Kommerzialisierung. Bis 1972 hatte der US-Amerikaner Avery Brundage als
Präsident des IOC die Finanzierung durch Sponsoren
unterbunden; unter der Präsidentschaft des Spaniers Juan
Antonio Samaranch aber wurden bei den Sommerspielen 1984 in Los Angeles
Vermarktungsrechte verkauft und 225 Mio. USD Überschuss
erwirtschaftet. Seither gilt nicht nur für die Athleten: Dabei
sein ist alles.