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Ausstellung Flammen - Spektren - Elemente  

Flammen - Spektren - Elemente


Bunsen & Kirchhoff: 150 Jahre Spektralanalyse


Ausstellung in der Chemiebibliothek, Hagenring 30
vom 29.1.2010 bis 29.6.2012



Die Ausstellung ist während der allgemeinen Öffnungszeiten zu besichtigen.


1860 veröffentlichten Robert Bunsen und Gustav Robert Kirchhoff ihre erste Arbeit zur Spektralanalyse. Damit legten Sie die Grundlagen für einen neuen Zweig der analytischen Chemie. Mit dieser Methode gelang Ihnen zugleich die spektakuläre Entdeckung eines neuen chemischen Elementes, dem sie den Namen Caesium gaben. Kurz darauf, im Jahr 1861, kam mit dem Rubidium noch ein weiteres Alkalimetall hinzu.

In Ihren Experimenten untersuchten Sie die Flamme eines Gasbrenners, die durch hineingehaltene Proben gefärbt wurde. Das von der Flamme ausgehende Licht zeigt - durch ein Prisma zerlegt - charakteristische Spektrallinien. Dieses zuvor schon bekannte Phänomen wurde von ihnen zu einen äußerst empfindlichen analytischen Instrument ausgebaut und insbesondere in Kirchhoffs Arbeiten theoretisch durchdrungen und mathematisch formuliert. Damit konnten nicht nur im chemischen Labor bei der Untersuchung irdischer Substanzen äußerst fruchtbare Erkenntnisse gewonnen werden. Zugleich eröffnete die Interpretation der Spektrallinien der Sonne und weiter entfernter Sterne kosmische Dimensionen, so dass die Spektralanalyse zur grundlegenden Methode der beobachtenden Astrophysik wurde.

Zum 150jährigen Jubiläum soll diese Ausstellung mit einigen Exponaten aus den Beständen der Universitätsbibliothek und der Chemischen Institute an die Entdeckung der Spektralanalyse und mit Kurzbiographien an ihre Entdecker Bunsen und Kirchhoff erinnern.



Kurzbiographien


Robert Wilhelm Eberhard Bunsen (1811-1899)

 „Ein Chemiker, der kein Physiker ist, ist gar nichts.“

Der Chemiker Robert Wilhelm Eberhard Bunsen wurde am 31.03.1811 in Göttingen geboren. 1830 beendete Bunsen sein Studium der Chemie an der Universität Göttingen bei Friedrich Stromeyer mit einer Dissertation über Hygrometer. 1831, im Alter von 19 Jahren, wurde er promoviert. In den Jahren 1832 und 1833 unternahm Bunsen eine Studienreise nach Berlin, Wien und Paris, finanziell unterstützt durch ein Stipendium der Landes­regierung. 1834 habilitierte er sich in Göttingen und wurde anschließend Chemielehrer an der Gewerbeschule in Kassel als Nachfolger von Friedrich Wöhler.

1839 ernannte ihn die Regierung Hessen-Kassel zum außerordentlichen Professor der Chemie an der Universität Marburg. Er entwickelte dort u.a. die Zink-Kohle Batterie, die später Bunsen-Batterie genannt wurde. Er begründete im Zusammenhang mit der Untersuchung von Hochofenprozessen die Gasanalyse. Dieses Thema regte ihn in den folgenden Jahrzehnten immer wieder zu neuen Untersuchungen und Verbesserungen an: Sein Buch Gasanalytische Methoden erschien 1857, ein zweite, erheblich umgearbeitet Auflage folgte 1877.

 1851 erhielt Bunsen einen Ruf nach Breslau. Dort lernte er Gustav Robert Kirchhoff kennen, mit dem er bis zu dessen Tod befreundet blieb. Ein Ruf an die Universität Heidelberg veranlasste ihn 1852 Breslau wieder zu verlassen. In Heidelberg arbeitete er an der Zink-Kohle-Batterie, mit welcher durch Schmelzelektrolyse Alkali- und Erdalkalimetalle sowie Aluminium hergestellt werden konnten und mit seinem Schüler Henry E. Roscoe führte er photochemische Untersuchungen an Chlor­knallgas durch. 1854 half er dann Kirchhoff, eine Professur für Physik in Heidelberg zu erhalten. Ab 1855 wurde in seinem Labor der nach ihm benannte Bunsenbrenner verwandt, welcher eine nicht-leuchtende, heiße Flamme erzeugt. Sowohl der Brenner, als auch Kirchhoffs Arbeiten zur Emission und Absorption von Licht, die letztlich zu einer ersten Erklärung der Frauenhofer’schen Linien, bekannt aus dem Spektrum der Sonne, führten, waren Grundvoraussetzung für die gemeinsam von Bunsen und Kirchhoff 1860 vorgestellte Arbeit zur chemischen Analyse durch Spektral­beobachtung. Wie leistungsfähig die neue Methode war, zeigten die durch Spektral-analyse neu entdeckten Alkalimetalle Cäsium und Rubidium. Auch in den folgenden Jahren veröffentlichte er äußerst gründliche Untersuchungen der Spektren  von Alkali-, Erdalkali- und Seltenerdenmetallen.

Bunsen verstarb am 16.08.1899 nach kurzer Krankheit in Heidelberg, wo er auch beigesetzt wurde.



Gustav Robert Kirchhoff (1824-1887)

„Eine gute Theorie ist das Praktischste, was es gibt.”

 
Kirchhoff wurde am 12.03.1824 in Königsberg (Preußen) geboren. Er studierte von 1842 bis 1847 Physik und Mathematik an der Albertina Universität in Königsberg. Im Zuge seines Studiums entdeckte Kirchhoff 1845 die später nach ihm benannten „Kirchhoffschen Regeln“, die den Zusammenhang von Strömen und Spannungen in elektrischen Netzwerken beschreiben. Nach seiner Promotion zum Dr. phil. habilitierte er sich bereits nach einem Jahr in Berlin. 1850 wurde er Extraordinarius in Breslau, wo Kirchhoff den Chemiker Robert Wilhelm Bunsen kennenlernte.

 1854 wechselte Kirchhoff an die Universität Heidelberg, um dort Experimentalphysik und mathematische Physik zu lehren. Bunsen war bereits ab 1852 in Heidelberg tätig und unterstützte die Berufung Kirchhoffs. Die Freundschaft der beiden Wissenschaftler führte zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit, so dass beide in den Jahren von 1857 bis 1863 zahlreiche Arbeiten zusammen veröffentlichten, insbesondere über die Wärmestrahlung und die für die chemische Analyse wichtige Spektralanalyse. Mit Hilfe der vor nunmehr 150 Jahren entdeckten Spektralanalyse leisteten die beiden einen bedeutenden Beitrag zur qualitativen und quantitativen chemischen Analyse. Zudem wurden von den beiden mit Hilfe dieser Methode die Elemente Cäsium (1860) und Rubidium (1861) entdeckt. Das Kirchhoffsche Strahlungsgesetz, welches den Zusammenhang zwischen Absorption und Emission elektromagnetischer Strahlung eines realen Körpers im thermischen Gleichgewicht beschreibt, wurde bereits 1859 formuliert.

 1875 folgte Kirchhoff einem Ruf nach Berlin, wo er fortan den Lehrstuhl für theoretische Physik besetzte. Seine Schüler waren unter anderen Ludwig Boltzmann, Heinrich Hertz und Max Planck. Kirchhoff verstarb am 17.10.1887 im Alter von 63 Jahren in Berlin.
Sein ehemaliger Schüler Boltzmann gab 1891 Kirchhoffs gesammelte Werke heraus.
Kirchhoff selbst verfasste vier Bände seiner Vorlesungen zur mathematischen Physik, wobei nur der Band „Lehrbuch der Mechanik“ von ihm selbst 1874 zum Druck gegeben wurde. Später gaben dann Otto Krigar-Menzel, Max Planck und Wilhelm Wien die übrigen Bände heraus.





[i] zuletzt aktualisiert: 05.07.2012
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