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In den Sondersammelgebieten werden in einer gemeinsamen
Aufgabe der Bibliotheken und der
Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
fachlich spezialisierte wissenschaftliche Literaturversorgungs-
und Informationssysteme aufgebaut. Sie dienen dem Nachweis, der
Erschließung und dem Zugang zur konventionellen und in digitaler
Form erscheinenden in- und ausländischen Literatur. Dies
gewährleistet, dass wenigstens ein Exemplar auch sehr spezieller
Werke des Auslands der Forschung in Deutschland zur Verfügung
steht. Die Bestände werden überregional bereit gestellt und
ihre langfristige Verfügbarkeit gesichert (
Mehr Information zu Sondersammelgebieten).
1949 wurde das Programm der Sondersammelgebiete auf den Weg gebracht und es dürfte dem guten Ruf der hier seit 1835 als Hochschulfach bestehenden Pharmazie zu verdanken sein, dass die Wahl 1949 auf Braunschweig fiel. So werden bald 60 Jahre kontinuierlicher Bestandsaufbau erreicht sein: Eine in Mitteleuropa einzigartige Sammlung pharmazeutischer Literatur ist hier gewachsen.
Nach anfangs bescheidenen finanziellen Zuwendungen wuchs in den 60er und 70er Jahren der Erwerbungsetat erheblich. Heute sind über 600 Zeitschriften der Pharmazie laufend abonniert und die Zahl der Monographien liegt über 46.000 mit einem jährlichen Zuwachs von etwa 1.000 Bänden. Die Bestände werden vor Ort erfreulich gut genutzt. Die TU Braunschweig ist übrigens die einzige Hochschule, die Pharmazie in Niedersachsen anbietet.
Sehr wichtig ist aber die überregionale Nutzung. Sie zeigt sich in der hohen Zahl der Bestellungen in der Fernleihe und den Direktlieferdiensten. Zusammen werden jährlich ca. 18.000 Aufsätze und Bücher der Pharmazie hier bestellt und bei den Aufsätzen meist eine Kopie in elektronischer Form geliefert (subito).
Im Vordergrund steht die Versorgung mit aktueller Forschungsliteratur, aber auch für Wissenschaftshistorikerinnen und -historiker finden sich wertvolle Bestände. Einerseits wird weltweit die Sekundärliteratur zur Pharmaziegeschichte Gesammelt und andererseits finden sich Quellen im reichhaltigen pharmazeutischen Altbestand. Besonders bemerkenswert ist auch die Kräuterbuchsammlung, so dass hier, beginnend mit der Inkunabelzeit, über die Jahrhunderte zahlreiche Titel zu Arzneipflanzen und den daraus gewonnenen Drogen zu finden sind.
1992 konnte die umfangreiche Sammlung des Pharmaziehistorikers Prof. Dr. Wolfgang Schneider erworben werden. Hierdurch gelangten zahlreiche seltene und wertvolle Werke in den Bestand, darunter u.a. Pharmakopöen, Arzneibuchkommentare, Arzneitaxen, Schriften von Paracelsus und sehr viele Quellen zur Geschichte der pharma-eutischen Chemie.
In der Virtuellen Fachbibliothek Pharmazie (ViFaPharm) stellt das Sondersammelgebiet Fachinformationen, konventionelle und elektronische Dokumente, Internetobjekte und Datenbankinhalte aus dem Bereich der Pharmazie in einem Internetportal zur Online-Recherche bereit. Die Universitätsbibliothek Braunschweig hat mit Förderung der DFG die ViFaPharm aufgebaut und aktualisiert sie laufend. Wichtige Module sind u. a. die Aufsatzdatenbank Online-Contents Pharmazie, die Digitale Bibliothek mit Zugang zu Volltexten und der Fachinformationsführer zu ausgewählten weiterführenden Informationsquellen zu Arzneimitteln und zur Pharmazie.
Für Historikerinnen und Historiker ist gewiss die Digitalisierung von besonderem Interesse. Es stehen beinahe 400 pharmazeutische Volltexte zur Verfügung. Der Schwerpunkt liegt bei Arzneibüchern und Arzneitaxen des 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus sind hier aber auch Titel zur Pharmakognosie, die Sudhoffsche Ausgabe der gesammelten Werke von Paracelsus und vieles andere zugänglich.
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22. 09. 2006
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