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Verlagshaus Vieweg in Braunschweig

Braunschweiger Burgplatz mit dem Geschäftshaus der Firma Friedrich Vieweg & Sohn (frühes 20. Jahrhundert)

Seit 1999 befinden sich die Archive des mit Braunschweig eng verbundenen Vieweg-Verlages im Besitz der Universitätsbibliothek Braunschweig. Die Archive gliedern sich in die Bereiche Briefarchiv, Verlagsarchiv und Bucharchiv. Sie wurden in einem von der Stiftung Nord/LB-Öffentliche geförderten Projekt erschlossen und sind über das Internet zugänglich (www.biblio.tu-bs.de/vieweg-archive/).

Verschärfte Zensurbestimmungen veranlaßten den aufstrebenden Berliner Verleger Friedrich Vieweg 1799 nach Braunschweig überzusiedeln, wo ein für sein junges Unternehmen günstigeres Klima herrschte. Lag der Schwerpunkt des Verlages zunächst in der Belletristik, so verschob sich der Akzent unter seinem Sohn Eduard in den naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Maßgeblichen Einfluß hatte hierbei der Chemiker Justus von Liebig, mit dem Eduard Vieweg eine lebenslange Freundschaft verband. So wurde der Verlag zu einem der auch international führenden Wissenschaftsverlage, in dem die Werke von zahlreichen Nobelpreisträgern verlegt wurden. Konnte man den widrigen Rahmenbedingungen des Ersten Weltkriegs und der Nachkriegszeit noch begegnen, so ist ein Niedergang in der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus unübersehbar. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der Verlag, nun nicht mehr in Familienbesitz, allmählich wieder an die erfolgreichen Phasen in seiner Verlagsgeschichte anknüpfen.

Wichtige Daten in der Unternehmensgeschichte

Friedrich Vieweg

Friedrich Vieweg 1761-1835

1786  Gründung des Verlages „Friedr. Vieweg der Ältere“ in Berlin
1797Vieweg verlegt Goethes  „Hermann und Dorothea“
1799Umzug nach Braunschweig
1822Eduard Vieweg beginnt eine Bildungsreise durch Europa. In Paris begegnet er Justus Liebig,mit dem er bis zu seinem Tod befreundet ist
Eduard Vieweg

Eduard Vieweg 1796-1869

1825Eintritt Eduard Viewegs als Teilhaber in das väterliche Geschäft, das von da an unter dem Namen „Friedr. Vieweg & Sohn“ firmiert
1835Übernahme der Geschäftsleitung durch Eduard Vieweg
1836Vieweg verlegt das „Handwörterbuch der reinen und angewandten Chemie“ von Justus Liebig und Johann Christian Poggendorff
Heinrich Vieweg

Heinrich Vieweg 1826-1890

1853Heinrich Vieweg wird  Teilhaber im Verlag seines Vaters
1866Übernahme der Geschäftsleitung durch Heinrich Vieweg
Helene Vieweg

Helene Vieweg 1835-1909

1890Heinrich Viewegs Witwe Helene Vieweg, geb. Brockhaus und Tochter Helene Vieweg übernehmen die Geschäftsleitung
1891Bernhard Tepelmann heiratet Helene Vieweg und tritt als dritter Teilhaber in das Geschäft ein
1909Nach dem Tod Helene Viewegs, geb. Brockhaus wird Bernhard Tepelmann Verlagsleiter
1917Vieweg verlegt „Über die spezielle und allgemeine  Relativitäts-theorie“ von Albert Einstein
Helene Tepelmann

Helene Tepelmann 1868-1939

1919Übernahme der Geschäftsleitung durch Helene Tepelmann, geb. Vieweg
1922Umwandlung des Familienunternehmens in die „Aktiengesellschaft Friedr. Vieweg & Sohn“; Führung der Verlagsgeschäfte durch Ernst Webendörfer (bis 1945)
1966Verkauf des Verlages an Pergamon Press in Oxford; Verlagsstandort bleibt Braunschweig
1974Weiterverkauf des Verlages an die Bertelsmann AG; Umzug des Unternehmens  nach Wiesbaden; Erscheinungsorte sind Braunschweig und Wiesbaden; heute gehört der Vieweg-Verlag zur GWV Fachverlage GmbH

Das Vieweg-Briefarchiv

Rund 50.000 Briefe von ca. 3.000 Autoren und Autorinnen sowie 14.000 Antwortschreiben des Verlages sind in einer über das Internet recherchierbaren Datenbank erschlossen. In entsprechenden Registern kann nach Verfasser(in)/Adressat(in) oder Absende-ort/Entstehungsdaten gesucht werden. Ein Verknüpfen beider Sucheinstiege ist als Kombinierte Suche möglich.

Das Vieweg-Briefarchiv

www.biblio.tu-bs.de/vieweg-archive/brief_archiv/


Das Vieweg-Verlagsarchiv

Geschäftsbücher, Manuskripte, Materialien zu Betriebsfesten, Werbeschriften, Grußkarten, Urkunden, Fotos und Abbildungen ... - im Vieweg-Verlagsarchiv finden sich die verschiedenartigsten Archivalien zur Geschichte des Verlages, der Druckerei, der Papierfabrik und des Gutes in Wendhausen bei Braunschweig. Sie sind durch eine elektronische Bestandsübersicht erschlossen.

Das Vieweg-Briefarchiv

www.biblio.tu-bs.de/vieweg-archive/verlags_archiv/


Das Vieweg-Bucharchiv

Mit dem Briefarchiv und dem Verlagsarchiv kam auch die Belegexemplarsammlung des Verlages nach Braunschweig. Zusammen mit den bereits vorher in der Universitätsbibliothek vorhandenen Vieweg-Büchern sind derzeit fast 13.000 Vieweg-Titel im Online-Katalog nachgewiesen. Diese Zahl wächst stetig, da die Universitätsbibliothek als Archivbibliothek des Verlages jeweils ein Belegexemplar der aktuellen Produktion erhält.

Das Vieweg-Briefarchiv

www.biblio.tu-bs.de/vieweg-archive/buch_archiv/


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22. 09. 2006
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