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BiSON

Seitentitel:Mitteilungen *3: Juli / August / September 2001

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Veranstaltungskalender Nachrichten aus der Region


V e r a n s t a l t u n g s k a l e n d e r

 


BRAUNSCHWEIG
 

Universitätsbibliothek

bis 31.8. "Mit der Uni unterwegs. Exkursionsberichte und Exkursionsführer" Ausstellung über eine hochschulspezifische Literaturgattung
ab 10.8. "Bibliophiles" - Raritäten und Kostbarkeiten der Universitätsbibliothek Braunschweig"
bis auf weiteres "Rosa Luxemburg zum 130. Geburtstag - Internationaler Frauentag" (Eingangsvitrinen)
bis auf weiteres "200 Jahre Vieweg-Bücher in Braunschweig: Schwerpunkt: Chemie" (Chemiebibliothek)

Stadtbibliothek

16.7. bis 12.10. "Es gibt nicht nur Troia ... - Ausgegrabene Geschichte in Norddeutschland"

Öffentliche Bücherei

bis 10.7. "Finnische Literatur von Frauen"
bis 10.7. "Finnland im Wirkungsbereich der Ostsee und Deutschlands"

Braunschweigisches Landesmuseum

14.7. bis 11.10. "Troia - Traum und Wirklichkeit"
Mehr unter
7.8. bis 4.11. "Geteilt - Vereint - Gefunden. Orte deutscher Geschichte in den neuen Bundesländern“ (Hinter Aegidien)
bis 2.9. "Die europäische Entscheidungsschlacht zu Waterloo und die Schlacht des Schwarzen Herzogs von Braunschweig bei Quatrebras" - Dioramen und Modellfiguren (Hinter Aegidien)

Das umfangreiche Vortrags- und Führungsangebot entnehmen Sie bitte dem
Museumsprogramm des Braunschweigischen Landesmuseums
 

Städtisches Museum

Ausstellungen:

bis 19.8. "Der Landschaftsmaler Adolf Nickol"
bis 2.9. "Alter Gablonzer Schmuck und Perlen"
bis 23.9. "Feuer und Flamme. 100 Jahre Kunst ums Zündholz" (Formsammlung)
bis auf weiteres "Messe, Markt und Handel im alten Braunschweig" (Altstadtrathaus)


SALZGITTER
 

Stadtbibliothek

8.7. bis 25.8. "Gartenblicke" - Malereien von Edeltraud Hartinger
Ausstellungseröffnung: 8. Juli, 11.00 Uhr
18.8. und 19.8., 14 bis 18 Uhr Bücherflohmarkt
16.9. bis 28.10. "Finnland" - Fotographien von Rainer Frommer
Ausstellungseröffnung: 16. September, 11.00 Uhr


WOLFENBÜTTEL

Herzog August Bibliothek

Ausstellungen:

bis Mitte Juli "Ihr müßt alle nach meiner Pfeife tanzen" - Totentänze vom 15. bis 20. Jahrhundert aus den Beständen der Herzog August Bibliothek und der Bibliothek Otto Schäfer, Schweinfurt (Augusteerhalle, Kabinett, Globensaal)
bis 10.7. "Einzelgänger II - Silke Leverkühne. Peter Mell zu Gast in der Sommerakademie" (Kornspeicher)
28.7. bis 2.9. "Maß, Zahl und Gewicht" - Mathematik als Schlüssel zu Weltverständnis und -beherrschung (Augusteerhalle, Schatzkammer, Kabinett)
Ausstellungseröffnung: 27. Juli, 17.00 Uhr
bis 31.8. "Kostbare und seltene Bücher und Flugblätter in der Herzog August Bibliothek" - Neuerwerbungen der Sammlung Deutscher Drucke (Zeughaushalle)
4.9. bis 14.10. "Das Evangeliar Heinrich des Löwen"
bis 30.9. "Schöpfungen in Papier - Künstlerbücher aus der Papier- werkstatt John Gerard" (Malerbuchsaal)

Vorträge:

10.7. um 20.00 Uhr "Ausstellung der Ergebnisse der Sommerakademie: Einzelgänger II. Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Wolfenbüttel (Kornspeicher)
19.7. um 14.00 Uhr Neugestaltung der Dauerausstellung im Lessinghaus - Projektvorstellung von " Dr. Ulrike Zeuch (Anna-Vorwerk-Haus)

Galerie Kirchencampus

bis 5.10. "Speculum Vitae" - Bronzen und Arbeiten auf Papier von Siegfried Neuenhausen


WOLFSBURG

Stadtbibliothek

15.8. bis 18.8 "Russische Woche"


Nachrichten aus der Region


Die Braunschweiger Zeitung (BZ) berichtete am 29.6.2001 über den Ankauf des Kasernengelände am Bienroder Weg:

'BGS-Kaserne wird "Campus Nord"

Für rund acht Millionen Mark hat die Bezirksregierung Braunschweig, wie Donnerstagnachmittag [28.6.] mitgeteilt wurde, für die Technische Universität Braunschweig von der Bundesvermögensverwaltung die ehemalige Kaserne des Bundesgrenzschutzes (BGS) am Bienroder Weg erworben.

Das Areal soll als sozial- und geisteswissenschaftliches Zentrum unter der Bezeichnung "Campus Nord" genutzt werden. Weiter heißt es in der Pressemitteilung, damit sei die räumliche Zusammenführung der erziehungs- und geisteswissenschaftlichen Institute möglich, die bislang an neun dezentralen Standorten untergebracht sind. Mit dem Ankauf werde zudem eine Interimszeit beendet, in der die TU Teile des Kasernengeländes bereits gegen Zahlung eines monatlichen Entgelts nutzt.

Nachbar der TU am "Campus Nord" wird als weitere Landeseinrichtung das Eichamt Braunschweig, das bisher beengt in der Haeckelstraße im Westlichen Ringgebiet untergebracht ist.'


Zum Tag der Archive erschien in der Braunschweiger Zeitung vom 21.05.2001 folgender Bericht:

'Tag der offenen Tür im Stadtarchiv und dem Verlagsarchiv von Westermann

Am Sonnabend [19.5.] fand erstmals ein bundesweiter "Tag der Archive" statt. In Braunschweig beteiligte sich neben dem Stadtarchiv auch das Unternehmensarchiv des Westermann Verlags daran. "Es ist wirklich eine gute Gelegenheit, über unser Arbeitsgebiet zu informieren", erklärte Verena Kleinschmidt, Archivarin und Bibliothekarin beim Westermann Verlag, während einer Führung. "Ein Archiv ist kein Museum. Die Dinge sind nicht repräsentativ ausgestellt, sondern verbergen sich in Kartons. Man muß sie erst entdecken." Und zu entdecken gibt es im Unternehmensarchiv einiges. Einen gewichtigen Teil bildet die Sammlung von Verlagsprodukten: Karten, Fotos, Lehr- und Werbemittel, neue Medien. Allein der Bücher- und Zeitschriftenbestand umfaßt 1200 laufende Meter. Kleinschmidt: "Das Archiv steht Pädagogen, Germanisten und Kartographen offen."

Für Besucher hatte die Archivarin einen kleinen, aber feinen Querschnitt durch das Material vorbereitet - in einem Raum, der Archivbenutzern sonst verschlossen bleibt: dem gründerzeitlichen Sitzungszimmer des Firmengründers Georg Westermann. Vertäfelte Decke und Bücherregale aus Eichenholz. Auf dem Tisch Zeugnisse der Verlagsgeschichte: Fotos, Schriftwechselordner, prachtvoll geprägte Glückwunschmappen. In einem alten Geschäftsbuch war zu lesen, daß Wilhelm Raabes "Villa Schönow", verlegt 1883, erst 1901 mit 23 Mark in die Gewinnzone kam. In einem Brief vom 12. November 1855 entschuldigt ein Vater seinen bei Westermann lernenden Sohn "wegen Fehlens durch Brechkolik". Schulbücher und handgemalte Karten riefen Schulzeit-Erinnerungen wach.

Kurioses und Wertvolles bot auch das Stadtarchiv. Sein Bestand gilt als einer der umfangreichsten der deutschen Archivlandschaft. Den Kern bilden Urkunden, Stadtbücher, Akten und Rechnungen der Stadtverwaltung vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Daneben verwahrt das Stadtarchiv umfangreiche Privatsammlungen, Schriftstücke von und über Braunschweiger Persönlichkeiten. Vier Archivare führten durch die Magazine. Große Faszination übte die Restaurations- und Buchbinderwerkstatt aus. Wie befreit man Bücher von Schimmel? Diese und andere Fragen wurden geduldig beantwortet. Die 80-minütige Führung verging wie im Flug.'


Die Musikbibliothek Braunschweig kann dank einer Spende der Stiftung Nord/LB-Öffentliche ihr Angebot erweitern, berichtete die BZ am 19.6.2001:

'Der Förderkreis der Musikbibliothek freut sich über eine Spende der Stiftung Nord/LB- Öffentliche in Höhe von 9000 Mark für das Projekt "Förderung von Kindern und Jugendlichen". Wie Prof. Dr. Rainer Schmitt, Erster Vorsitzender des Förderkreises, der BZ mitteilte, soll das Geld zur musikalischen Erziehung von Kindern und Jugendlichen verwendet werden.

Es sollen vermehrt CDs mit Kinderliedern, klassischer Musik und Popmusik bereitgestellt werden. Ebenso ergänzt wird der Bestand an Büchern über diese Musikrichtung und ihre Interpreten. Außerdem sollen Noten für Kinder- und Jugendchöre sowie Musikvideos angeschafft werden, die diese Altersgruppe ansprechen.

Die Musikbibliothek, die zur Öffentlichen Bücherei gehört und in der Brunsviga an der Karlstraße untergebracht ist, verfügt über einen Bestand von 15 000 Medien wie Bücher, Musikzeitschriften, Noten, CDs, Musikkassetten und Videos, die im Schnitt jährlich dreimal entliehen werden.

Für die Bedürfnisse jüngerer Benutzer sei die Bibliothek bislang unzureichend ausgerüstet. Der überwiegende Teil der Leser sei älter als 20 Jahre.'


Die Diskussion über das neue Konzept für die Brüdernkirche hat Ihren vorläufigen Abschluß gefunden, las man in der BZ vom 18.5.2001:

'In der Auseinandersetzung um die künftige Nutzung der evangelisch-lutherischen Brüdernkirche in der Braunschweiger Innenstadt hat die Landessynode ein neues Konzept beschlossen. Danach verzichtet die Landeskirche auf den umstrittenen Einbau einer Empore und einer Glaswand. Die Bibliothek des Predigerseminars soll statt dessen in die leerstehenden früheren Räume des landeskirchlichen Archivs umziehen. Ein entsprechender Antrag des Braunschweiger Synodalen Professor Eckhart Neander wurde auf der Tagung in Goslar bei einigen Enthaltungen ohne Gegenstimmen angenommen. Für das Landeskirchenamt unterstützte Oberlandeskirchenrat Peter Kollmar aus, wie er sagte, pragmatischen Erwägungen diesen Vorstoß.

Vorausgegangen ist ein einjähriger Streit mit Teilen der Brüderngemeinde und einer Initiative "Rettet die Brüdernkirche". Der neue Kirchenvorstand der Brüderngemeinde zweifele mit Unterstützung von außen die Gültigkeit des mit der Landeskirche abgeschlossenen Nutzungsvertrages an, berichtete Kollmar. Die juristischen Chancen für die Landeskirche stünden zwar gut, doch es sei sinnvoll gewesen, nach Alternativen zu suchen, wie sie nun vorlägen.

Zu dem neuen Konzept gehört nach den Worten Kollmars weiterhin die übernahme des Kreuzganges durch die Landeskirche. Diese alternative Planung halte an der Nutzung des Gebäudekomplexes für Kirche und Kultur fest und die Option für ein ökumenisch-geistliches Zentrum offen. Das Ganze sei auch eine Niederlage, die ein Jahr lang trainiert worden sei, meinte der Braunschweiger Propst Armin Kraft. Die Auseinandersetzungen hätten jedoch auch eine intensive und nötige Diskussion um die Zukunft der acht evangelisch-lutherischen Innenstadtkirchen in Braunschweig ausgelöst.'


Im Rahmen der Städtepartnerschaft Wolfsburgs mit der russischen Industriestadt Togliatti (Automobilwerk Lada) erfolgt nun der Gegenbesuch der russischen Delegation. Während der "Russischen Woche" in der Zeit vom 15. bis 18. August sind zahlreiche Kulturveranstaltungen in der Stadtbibliothek Wolfsburg geplant.


Über die von Stadtbibliothek Wolfsburg gemeinsam mit der >i>International Partnership Initiative I.P.I., initiierten Veranstaltungsreihe unter dem Titel "www.Buch ade?" berichtete die Braunschweiger Zeitung in ihrer Wolfsburger Ausgabe.

Der Vortrag von Hans Kreutzfeldt: Was geschieht mit dem gedruckten Buch im Zeitalter der neuen Medien? wird am 7.5.2001 wie folgt zusammengefaßt:

'Wird das gedruckte Buch auch künftig noch das höchste Kulturgut sein? Seit mehr als zehn Jahren schon beschäftigt sich Hans Kreutzfeldt mit dieser Frage. Am Freitagabend [4.5.] sprach der Experte und Pionier des elektronischen Publizierens im Alvar-Aalto-Kulturhaus über das Medium, dem seiner Meinung nach die Zukunft gehört: das elektronische Buch - in modischer Begeisterung für Anglizismen eBook genannt. Eingeladen hatten die Stadtbibliothek und der Verein International Partnership Initiative.

Speicher für 40 Bücher "In Format, Größe und Bedienungskomfort sollen eBooks sein wie normale Bücher", erklärte Kreutzfeldt. Er hatte sogar einige der Minicomputer mitgebracht, damit sich die Gäste ein Bild machen konnten von dem für viele noch unbekannten Medium. Der Text erscheint auf einem Bildschirm von der Größe einer Buchseite. In puncto Gewicht unterscheiden sich ein gedrucktes und ein elektronisches Buch kaum, wohl aber im Speichervermögen: Etwa 40 durchschnittlich umfangreiche Bücher oder der gesamte Brockhaus in 24 Bänden passen auf ein 64 Megabyte-Kärtchen, das so klein ist, daß drei davon in einer Streichholzschachtel Platz finden.

Zunächst gab Kreutzfeldt einen überblick über die Geschichte des eBooks. Während Anfang der 90er-Jahre noch die reinen Lesesysteme dominiert hätten, würden heute zunehmend Zusatzfunkt ionen integriert: "Mit der neuesten Generation der eBooks kann man nicht nur Bücher speichern , sondern auch Termine und Adressen verwalten, Routen planen, Internet-Seiten abrufen, Hörspiele und Lieder im MP3-Format hören und gesprochene Nachrichten aufzeichnen."

Registrierung notwendig Immerhin eines bleibt beim Alten: Für Verlage lohnt sich das Anbieten der Texte nur, wenn die Kunden dafür bezahlen, und dafür müssen die Daten kopiersicher sein. Wie das erreicht wird, beschrieb Kreutzfeldt auch: "Beim Kauf eines eBooks meldet sich der Kunde beim Anbieter an und bekommt eine Nummer. Möchte er sich nun aus dem Internet ein Buch herunterladen, prüft der Rechner des Anbieters automatisch, ob der Kunde registriert ist - wenn nicht, dann behält er seine Inhalte eben für sich."

Einige Ausnahmen von diesem Verfahren gebe es indes: "Vieles im Netz ist kostenlos." So etwa Bücher von Autoren, die seit mehr als 40 Jahren tot sind: Für die meisten Klassiker zahlt der eBook-Besitzer also keinen Pfennig.

Kreutzfeldt schloß seinen Vortrag mit einer langen Aufzählung von Vorteilen, die das elektronische gegenüber dem gedruckten Buch aufweist: "Das eBook ist so groß und schwer wie ein herkömmliches Buch, kann aber beinahe eine kleine Bibliothek beinhalten. Es ist umweltfreundlicher - kein Baum muß für seine Herstellung abgeholzt werden. Es ist sofort verfügbar, nie vergriffen und etwa 20 Prozent günstiger." Folglich lauteten seine Thesen im Resümee: "In fünf Jahren wird jede Neuerscheinung als gedrucktes Buch und eBook erscheinen, und elektronische Bücher werden genauso wichtig und selbstverständlich sein wie herkömmliche."


Eine Lesung mit Computer und Beamer stellt auch die mit der Vorbereitung beschäftigten Bibliothekare vor neue Anforderungen, berichtet Hans-Adelbert Karweik in der Ausgabe Wolfsburg der BZ vom 12.04.2001:

"Das ist für uns eine große Herausforderung", sagte Projektleiterin Elke Fuchs, denn es bedeute einen immensen technischen Aufwand. Der kleine Tisch, die dezente Leselampe, das halbvolle Wasserglas genügen nicht mehr, wenn ein Autor aus einem elektronischen Buch, einem eBook, lesen will. Deshalb bringt Thomas Hettche mit Harald Taglinger auch einen Medien-Designer mit, der für die nötigen technischen Geräte und Anschlüsse zuständig sein wird.

Drei Arbeiten werden an diesem Abend erstmals in Wolfsburg vorgestellt werden:

"An Null", eine literarische Online-Anthologie, an der sich 1999 mehr als 30 deutschsprachige Autoren beteiligten.

"Klik", eine Installation für zwei Bildschirme und ein Versuch über die Verflüssigung von Typographie und Text.

"Dercercle", ein gerade entstehendes Projekt gemeinschaftlicher Textgenese auf der Grundlage des Internet.

Harald Taglinger weist bereits in seiner Homepage auf diese zukunftsweisende Lesung in Wolfsburg hin. Allerdings, erläuterte lächelnd Steffen Sieboth, Medienexperte der Stadtbibliothek, Taglinger verweise darin auf die Autostadt Wolfsburg. Wer dann Autostadt anklicke, finde sich bloß auf den Webseiten der VW-Autostadt wieder. So schreibt das Internet seine eigenen Anekdoten. Dennoch, betonte Sieboth, sei dies ein Beleg für die ungeahnten Möglichkeiten der elektronischen Vernetzung.'


Die Eindrücke dieser Lesung werden in der BZ, Ausgabe Wolfsburg vom 21. Mai 2001 geschildert:

"Das Internet bietet völlig neue Möglichkeiten für Autoren und Leser", gab sich Thomas Hettche zukunftsorientiert. Kein Wunder, sind doch unter seiner Beteiligung bereits mehrere Internet-Projekte mit jungen Autoren entstanden, die inzwischen teilweise auch in gedruckter Form erhältlich sind.

"Null" heißt die wichtigste Arbeit, die Thomas Hettche und Harald Taglinger vorstellten. Das natürlich nicht im Stil herkömmlicher Vorträge, in denen allenfalls ein Tageslichtprojektor im Einsatz ist, sondern unterstützt von Computern, deren Bildschirme an Wand und Decke projiziert wurden. Verzeichnis wie ein Sternbild Mit "Null" wollten wir die Schnelligkeit und das Chaos des Internets nutzen", erklärte Taglinger. Mehr als 30 junge Autoren beteiligten sich und protokollierten 1999 "das letzte Jahr des Jahrtausends". Ein Inhaltsverzeichnis im klassischen Sinn gab es nicht: "Die Texte wuchsen täglich, weil die Autoren sie ständig weit ersponnen. Dieser Struktur wollten wir durch ein Inhaltsverzeichnis in Form eines Sternbilds gerecht werden: Jeder Stern ein Text, viele durch Linien verbunden, so wollten wir das organische Wachsen des Ganzen nachempfinden."

Hettche war noch immer sichtlich begeistert von "Null", das die Zeitschrift Focus als "Mammutprojekt der Netz-Literatur" bezeichnete. So gehetzt las er einige E-Mail-Wechsel der damals beteiligten Schriftsteller vor, daß kaum einer den Inhalt völlig verstand. Nur so viel wurde deutlich: Es muß eine abenteuerliche Zeit gewesen sein, damals, als die Sternkarte jeden Tag wuchs, aber niemand wußte, in welche Richtung.

Das Plätschern der Kanäle Auch ein neueres Projekt stellte Thomas Hettche vor - in Venedig spielt die Geschichte des mehrfachen Literaturpreisträgers. Als er daraus vorlas, unterstützt von den Bildern, die sein Rechner an die Wand warf, wurde schnell klar, was gemeint ist mit dem oft gehörten Satz, die Elektronik verschaffe der Literatur völlig neue Möglichkeiten. "Die Wirren von Venedig, jeder Tourist verläuft sich hier anfangs, werden durch die Navigation der Netz-Seite simuliert", erklärte Hettche. Der Leser klickt sich durch einen unübersichtlichen Stadtplan, Bilder des Gelesenen entstehen nicht mehr nur im Kopf, sondern auch direkt auf dem Bildschirm - dazu plätschern aus Lautsprechern die Kanäle der Lagunenstadt.

Doch der Netz-Literatur sind finanzielle Grenzen gesetzt. Geld verdient mit Internet-Inhalten derzeit kaum jemand. Harald Taglinger prophezeite: "Viele jetzt noch kostenlose Seiten werden in anderthalb Jahren gebührenpflichtig sein." (MC)


Fort- und Weiterbildung


Das 2. Halbjahresheft der "Bibliothekarischen Fortbildung in Niedersachsen" mit vielen interessanten Fortbildungsangeboten ist erschienen.

Hinweisen möchte ich Sie jetzt schon auf die im BiSON-Raum stattfindende Veranstaltung:

Bestandsaufbau für die Bibliothek mit Profil. Von Prof. Dr. Konrad Umlauf.
Termin: 10.10.2001
Ort: Stadtbibliothek Wolfsburg


Die 11. Gemeinsamen Bibliothekstage für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt finden am 14. und 15. September 2001 in Salzwedel statt. Das Motto heißt: "Bibliotheken als Informationsmarkt"


Stellenangebot und -gesuche


Assistentin an Bibliotheken, 30 Jahre, 4 Jahre Berufserfahrung in Öffentlichen Bibliotheken, sucht ab 1.8.2001 Vollzeit- oder Halbtagsstelle in Wissenschaftlicher oder Öffentlicher Bibliothek im Raum "BISON". Zur Zeit in einer befristeten Anstellung in der Stadtbücherei Wolfenbüttel beschäftigt.


Diplombibliothekarin, 52 Jahre, Examen für ÖB 1971/Köln, Berufserfahrung in verschiedenen Bibliothekstypen, möchte nach Kinderpause wieder berufstätig werden, Dreiviertel- oder Halbtagsstelle bevorzugt. Beide Adressen sind über die Redaktion zu erfahren


An der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel, ist am Standort Salzgitter ab ca. 15.10.2001 befristet die Stelle einer/eines

Bibliotheksassistenten/Bibliotheksssistentin

für die Zeit einer Mutterschutzfristvertretung zu besetzen. Die Verlängerung für eine eventuelle Erziehungsurlaubsvertretung ist beabsichtigt. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 38,5 Stunden

Interessierte richten Ihre Bewerbung bitte an folgende Adresse: Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
Bibliothek /z. Hd. Frau Walter
Am Exer 8, 38302 Wolfenbüttel


BiSON intern


Neu im BiSON-Kreis ist des Kunstmuseum Wolfsburg. Die dort arbeitende Diplom-Bibliothekarin Frau Anja Westermann war früher an der DLR beschäftigt.
Ihre Adresse lautet:

Anja Westermann
Kunstmuseum Wolfsburg
Porschestraße 53
38440 Wolfburg
Tel.: (05361) 2669-40
Fax: (05361) 2669-21
E-Mail: awestermann@kunstmuseum-wolfsburg.de


Frau Jutta Garbe, die über viele Jahre die Bibliothek der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt vertreten hat, ist in Pension gegangen. Ihre Vertreterin ist Frau Edith Wedig.


Das 30jähriges BiSON-Jubiläum wird am 25.10.2001 gefeiert. In der Universitätsbibliothek Braunschweig wird es zu diesem Anlaß eine Ausstellung und einen kleinen Festakt mit Vorträgen, Podiumsdiskussion und der Möglichkeit zu diskutieren geben.

Bitte merken Sie sich diesen Termin vor und halten Sie sich den Nachmittag ab 15.00 Uhr frei.

Ansprechpartnerin für Ihre Ideen und Präsentationen ist:


Frau Gabriele Canstein
Predigerseminar - Bibliothek
Schützenstraße 22
38118 Braunschweig
oder rufen Sie an: Tel.: 0531/ 16051 oder faxen Sie: 0531 / 126781

Ausstellungsgegenstände schicken Sie der Einfachheit halber, bitte gleich an die Universitätsbibliothek Braunschweig, z. Hd. Rita Dopheide, Pockelsstraße 13, 38106 Braunschweig


Die nächste BiSON-Sitzung findet am

 6. November 2001, um 9.30 Uhr
im
Staatstheater Braunschweig
Am Staatstheater
38106 Braunschweig

statt.
 


Redaktionsschluß für die BiSON-Mitteilungen 3/2001 ist der 27. Oktober 2001



 Redaktion:
 Rita Dopheide
 Universitätsbibliothek der TU
 Pockelsstraße 13, 38106 Braunschweig
 Postfach 33 29, 38023 Braunschweig
 Tel.: 0531/391-5019
 Fax: 0531/391-5836
 E-Mail: r.dopheide@tu-bs.de