| Veranstaltungskalender
Nachrichten
aus der Region
Fort-
und Weiterbildung
BiSON-intern
V
e r a n s t a l t u n g s k al e n d e r
BRAUNSCHWEIG
Universitätsbibliothek
Ausstellungen und Veranstaltungen:
| Bitte informieren Sie
sich über die Veranstaltungen der
Universitätsbibliothek Braunschweig im Internet.
http://www.biblio.tu-bs.de/
Unter UB von A-Z finden
Sie rasch den Punkt Ausstellungen und kommen auf
das Ausstellungs- und Veranstaltungsangebot der UB.
|
Braunschweigisches Landesmuseum
Ausstellungen und Veranstaltungen:
| Das Landesmuseum hat
eine eigene Homepage
http://www.landesmuseum-bs.de
über die Sie das komplette
Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm einsehen können.
|
Städtisches Museum
Ausstellungen:
| bis 15.4. |
„Ich bitte
dringend um größte Bewund'rung“. - Max
Klinger zum 150. Geburtstag. |
| bis 2.6. |
Die gute Form
– einst und jetzt. Glasgerät der Formsammlung Walter
und Thomas Dexel, Braunschweig. |
| Dauerausstellung |
Geschichte der
Stadt Braunschweig im überblick. (Altstadtrathaus)
|
Veranstaltungen:
| 13.4., um 19.30 Uhr |
Aceh – nach
der Flut. – Diavortrag von Roland Schlüter.
Tänze aus Banda Aceh mit Mimi Schlüter.
|
| 19.4., um 19.30 Uhr |
Ein Schlossabend.
Kurzvorträge zur Geschichte des Braunschweiger Schlosses. |

GIFHORN
Stadtbücherei
| 23.4. |
Am Internationalen
Tag des Buches bietet die sonst montags geschlossen
Stadtbücherei einen Tag der offenen Tür
an. |
| Ab 16.00 Uhr |
spielt das Theater
Klimper-Klein: „Elfenstaub und
Drachenflügel“ für Kinder ab 4
Jahren. |
| Bis 22.00 Uhr |
ist die
Bibliothek inklusive Ausleihe geöffnet. |
| 29.4., von 11-18.00 Uhr |
Großer
Medienflohmarkt vor der Bücherei am verkaufsoffenen
Samstag. |
| 7.5., um 15.00 Uhr |
Plattdeutscher
Vorlesewettbewerb des Landkreises Gifhorn für
Grundschüler. Veranstalter ist der Arbeitskreis
„Plattdeutsch und Schule“. |

SALZGITTER
Stadtbibliothek
Ausstellungen und Veranstaltungen:

WOLFENBÜTTEL
Herzog August Bibliothek
Ausstellungen und Veranstaltungen:
| Die Angebote der Herzog
August Bibliothek finden Sie auf der Homepage unter
http://www.hab.de/
Unter der überschrift Museum
und Kulturprogramm finden Sie Ausstellungen und
Veranstaltungen, die Wissenschaftlichen Veranstaltungen sind im
Unterpunkt Forschung
zusammengestellt.
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen
erhalten Sie unter info@hab.de
oder
Tel. 05331/808-214
|

WOLFSBURG
Stadtbibliothek
Ausstellungen und Veranstaltungen:

Nachrichten aus der
Region
In Wolfenbüttel und
der Herzog August Bibliothek wurde im Februar 2007 Paul
Raabe gefeiert. Drei Ausstellungen sind seinem Werk gewidmet.
Zahlreiche Zeitungsartikel ehrten den 80-jährigen.
Andreas Berger fügt
seiner Würdigung Paul Rabes in der
Braunschweiger vom 21. Februar 2007 einen Kurzlebenslauf hinzu.
’Paul Raabe zum 80.
Geburtstag.
Mit einer großen Ausstellung
würdigt die Wolfenbütteler Herzog-August-Bibliothek
ihren langjährigen Leiter Prof. Paul Raabe.
Es spricht Umweltminister Sigmar Gabriel. In Halle
würdigt ihn Hans-Dietrich Genscher. Sie
alle schätzen Raabe als Streiter für das Buch und den
Dialog über Bücher.
Mit Schiller kam die
Bücherlust.
Verbindungen knüpfen, Menschen
miteinander ins Gespräch bringen, ist
das Geheimnis von Paul Raabes Erfolgen in Wolfenbüttel und
Halle.
Als “Deutschlands bekanntesten
Bibliothekar" würdigte jüngst die FAZ
den langjährigen Leiter der Wolfenbütteler
Herzog-August-Bibliothek, Professor Paul Raabe.
Tatsächlich hat er wie kein anderer verstanden, das Sammeln
und Bewahren von Büchern hinter dicken Mauern zu einem
öffentlichen Ereignis werden zu lassen. Heute wird der noch
immer kulturell hochengagierte Wissenschaftler 80.
Ausstellungen und Empfänge gibt
es aus diesem Anlass in der
Geburtsstadt Oldenburg, in Wolfenbüttel – und Halle.
Denn nach seinem
Rückzug aus Wolfenbüttel übernahm er 1992
ehrenamtlich die Franckeschen
Stiftungen. Dass er sie 2000 saniert übergab, gehört
zu den
historischen Glanzleistungen, zu denen Büchermenschen mit
plötzlich
ganz praktischer Begabung fähig sind. 100 Millionen Euro hatte
er in
zehn Jahren bei Bund, Land, Stadt und Sponsoren gesammelt.
Raabe wusste immer zu rechnen und
zuzugreifen, solange das
wirtschaftlich aufstrebende Deutschland sich die Kultur noch was kosten
ließ. Unter seiner Leitung wandelte sich die einst von
Lessing
geleitete Bibliothek in Wolfenbüttel zu einer internationalen
Forschungsstätte.
"Mir war es immer wichtig, dass Menschen
verschiedener Länder,
Disziplinen und akademischer Grade miteinander ins Gespräch
kommen. Im
Internet sucht eben jeder nur nach seinem Spezialwissen. Nichts ersetzt
den persönlichen Kontakt, um über seinen eigenen
Horizont
hinauszuschauen", sagt Raabe bei unserem Gespräch im
Wolfenbütteler
Haus.
Sicher, auch er hat inzwischen einen
Computer mit Internetanschluss.
Aber er sieht die traditionelle Welt mehr und mehr durch die virtuelle
b
edroht. Seine Vorliebe ist klar: "Ein Buch ist
stromunabhängig. Und ich
kann hin- und herblättern. So macht lesen Spaß."
Dass auch
Bibliothekare heute verstärkt auf Digitalisierung setzen, kann
er daher
nicht gutheißen: "Die sägen sich den Ast ab, auf dem
sie sitzen", sagt
er.
Dabei wurde ihm die Bücherlust
keinesfalls in die Wiege gelegt. "In
meinem Elternhaus gab es kaum Bücher. Irgendwann habe ich aus
dem
Schrank des Vaters eine Schiller-Ausgabe gezogen, die er zum Abschluss
der Gewerbeschule bekommen hatte", erzählt der Sohn eines
Holzbildhauers und eines Bürgermädchens. Aus
finanziellen Gründe konnte
er nur die Mittelschule besuchen. Als er doch noch auf die Oberschule
sollte, kam der Krieg. So begann er nach 1945 eine
Bibliothekarsausbildung für den gehobenen Dienst. Und er
musste weiter
arbeiten, während er dann in Hamburg doch noch studierte.
In Marbach im Literaturarchiv trug er zur
Wiederentdeckung der
Expressionisten bei, die während des Nationalsozialismus
verfemt waren.
Mit Max Brod oder Oskar Maria Graf
hatte er noch
persönlich Kontakt. "Es war spannend, einer Geisteshaltung in
den
Werken ganz verschiedener Autoren nachzuspüren. Heute sind die
Dokumente in Marbach rein chronologisch aufgestellt. Die
persönlichen
Verbindungen, die Aura einer künstlerischen Strömung,
von Gruppen und
Epochen gehen völlig verloren."
Verbindungen knüpfen, das ist
wohl auch das Geheimnis von Raabes
Erfolgen. Da wird in Halle Hans-Dietrich Genscher zu seinem Geburtstag
sprechen. Als Vorreiter der WWW-Initiative von Wolfenbüttel,
Wittenberg
und Weimar, die fordert, das kulturelle Erbe der Mittelstädte
zu
bewahren, wurde er vom Bundeskulturausschuss gehört.
Soeben hat Raabe dem Bundeskulturminister
die zweite Auflage seines
Blaubuchs mit den kulturellen Leuchttürmen der neuen
Bundesländer
vorgelegt. "Nur müssten nun eben gleichwertige
Leuchttürme im Westen
benannt und vom Bund gefördert werden", erläutert
Raabe. Man könne die
Pflege solchen nationalen oder europäischen Erbes nicht allein
den
Kommunen aufladen. Und deshalb unterstützt er auch die
Initiative,
Kultur als Staatsziel in die Verfassung aufzunehmen. Schon am
nächsten
Morgen wird er bei einem Kulturfrühstück mit dem
Bundespräsidenten
darüber plaudern.
Keine Frage, Raabe wird gehört
in der Bundespolitik. Und doch hat er
sich stets wohl gefühlt im kleinen Wolfenbüttel. "Ich
liebe diese
ulturträchtigen Kleinstädte. Man lebt hier
konzentrierter. Berlin wäre
mir viel zu hektisch." So ist er als Vorsitzender des
Kulturstadtvereins auch fest ins Leben der Stadt integriert, deren
Ehrenbürger er 1991 wurde.
Dabei war er gern auch streitbar. "Dass
ich mich damals gegen den
Karstadt-Bau in der historischen Altstadt wendete, wurde in Hannover
gar nicht gern gesehen. Als Landesbediensteter hatte ich Entscheidungen
der Kommune nicht zu kommentieren." Das Schlimmste konnte er
verhindern, das Kaufhaus wurde hinter Fachwerk versteckt.
Auch gegen die geplanten Anbauten an die
Herzog-August-Bibliothek
sprach er sich aus. "Man äußert sich normalerweise
nicht zur
Amtsführung seines Nachfolgers. Aber ich war so in Sorge um
das
historische Erscheinungsbild der Bibliothek", räumt Raabe
heute ein.
Auch dieses Projekt wurde abgewehrt.
Entsprechend gespannt blieb das
Verhältnis zum jetzigen Direktor. Und er war selbst freudig
überrascht,
dass ihm nun auch die Bibliothek einen Empfang und eine Ausstellung
bereiten.
Raabe hat viel erreicht in seinem Leben.
Inzwischen sagt er manchen
Artikel ab. Die WWW-Initiative will er noch weitertreiben. Wie sieht er
die Chancen von Kunst und Kultur? "Ich bin von Natur aus Optimist",
sagt er. Zwar werde man wohl nie auf den seiner Einschätzung
nach zu
luxuriösen Ausbau von Autobahnen zugunsten der Kultur
verzichten, aber
es gebe sichtbar mehr Kultur denn je. Wenn auch nicht immer auf Niveau.
"Es muss und kann noch sehr viel mehr für die Kultur getan
werden,
davon bin ich überzeugt."
ZUR PERSON:
1927 geboren in Oldenburg.
1948 Diplombibliothekar.
1951-57 Germanistik-Studium.
1953 Heirat mit Mechthild Holthusen (gestorben 2005). Vier Kinder.
1957 Promotion über Hölderlin.
1958-68 Leitung der Bibliothek des Literaturarchivs Marburg.
1967 Habilitation in Göttingen.
1968-92 Direktor der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel.
1991 Ehrenbürgerwürde Wolfenbüttel.
1992-2000 Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle.
1997 Bundesverdienstkreuz.
2002 Ehrenbürgerwürde Halle.’

Harald Duin erinnert am 3.
Februar in der Braunschweiger Zeitung an
’Die
Liberei – Bibliothek des
Mittelalters.
Der gotische Ziegelbau der St. Andreas-Gemeinde:
Eine nicht allen bekannte Schönheit.
Was ist das für ein Gebäude?
Neulich hat Prof. Werner Deutsch
vor etwa 50 Braun-schweigern, darunter etlichen Lehrern, diese Frage
gestellt. Keiner hat’s gewusst. Zeit also, eine Bedeutsamkeit
zu
klären. Dieses Haus, die so genannte Liberei, ist ein
hochrangiges
Denkmal.
Es ist eines der ältesten
Bibliotheksgebäude in Deutschland und
der einzige mittelalterliche Ziegelbau in Braunschweig! Ein
schönes
Beispiel norddeutscher Backsteingotik. Und das in Braunschweig, wo man
bekanntlich lieber Fachwerkhäuser errichtete. Die Liberei
steht auf dem
Pfarrgrundstück von St. Andreas und ist unmittelbar an der
Kröppelstraße gelegen.
Das Gebäude ist klein, 5,50 Meter mal
5,10 Meter im Grundriss,
und wird auch deswegen leicht unterschätzt. Errichtet worden
ist es
zwischen 1412 und 1422. Architekt war Meister Heinrich aus
Lüneburg. In
der Tat würde die Liberei vortrefflich auch nach
Lüneburg passen.
Wer weiß heute etwas über die
Liberei? Natürlich der städtische Denkmalpfleger Udo
Gebauhr. Am kenntnisreichsten ist Stadtkirchenbaurat Norbert
Koch, der uns seinen Aufsatz (von 1985) im
"Städteforum" zur Verfügung stellte.
Gestiftet hat das Gebäude der Pfarrer von
St. Andreas, Johann von Embern,
dies in der Absicht, den Bücherbestand von St. Andreas dort
anderen
Geistlichen und interessierten Bürgern der Stadt
zugänglich zu machen.
Später kamen noch die 336 Bände aus der Sammlung des
Braunschweiger
Stadtschreibers Gerwin von Hameln (1415 – 1496) hinzu.
Darunter
Handschriften, die noch vor der Zeit Gutenbergs entstanden waren. Ein
Teil dieser Schätze hat sich erhalten und wird in der
Stadtbibliothek
aufbewahrt.
Die Liberei wurde, wie Koch schreibt, 1753
aufgelöst. Danach
soll sie bis zu ihrer Restaurierung von 1862 als Pfarrwitwenhaus
gedient haben. Bis zu ihrer Zerstörung 1944 war die Liberei
Aufbewahrungsort der Akten der St. Andreasgemeinde. In zwei
Luftangriffen, vom 10. Februar 1944 und 15. Februar 1944,
stürzten die
Gewölbe der Liberei ein. Teile des Südgiebels fielen
auf die Straße.
Kurz nach dem Krieg empfahl der Denkmalausschuss, allein den Nordgiebel
stehen zu lassen und den Südgiebel und die beiden
Seitenwände unter
Verwendung alter Materialien wieder aufzubauen. Der Rang des Bauwerkes,
das 1947 in seinem Bestand gesichert wurde, war den Beteiligten klar.
1963/64 wurde das Gebäude in seiner
äußerlichen Gestalt vollendet.
Warum erst so spät? Erst damals waren die Ziegeleien wieder in
der
Lage, die benötigten Formsteine herzustellen und zu glasieren.
1984/85 dann der dritte Schritt der Rettung. Private Zuwendungen und
öffentliche Gelder ermöglichten es, das
Gebäude auch innen wieder
nutzbar zu machen. Die nach oben führende Treppe wurde als
reine
Stahlkonstruktion ausgeführt.
Der obere Bereich dient der St. Andreasgemeinde heute als Raum. Unten
soll sich ein Steinmuseum entwickeln – Steine nicht aus dem
Harz,
sondern von Braunschweigs mittelalterlichen Kirchen.
Der Rang der Liberei geht über die Baukunst hinaus: Durch ihre
Funktion
als mittelalterliche Bibliothek. Sie ist des Weiteren auch ein Denkmal
für frühes bürgerliches
Verantwortungsbewusstsein.’

Fort- und Weiterbildung
Vom 19.
bis 22. März 2007 fand in Leipzig der
3. Bibliothekskongress zu „Information
und Ethik“
statt.
Das Pressebüro unter Leitung von Dr.
Dagmar Giersberg erarbeitete im Vorfeld eine umfangreiche
Presseerklärung zusammen, die das reichhaltige Programm
vorstellt.
Bibliotheken als Garanten für
den fairen Zugang zu Information und Wissen.
Rund 3.000 Bibliothekare und andere
Informationsspezialisten treffen
sich vom 19. bis 22. März 2007 in Leipzig. Zum dritten Mal
findet hier
im Vorfeld der Leipziger Buchmesse der Kongress für
Information und
Bibliothek statt, der alle drei Jahre von der Bundesvereinigung „Bibliothek
& Information Deutschland“ (BID)
veranstaltet wird. Die Schirmherrschaft für den Kongress hat
Bundespräsident Horst Köhler
übernommen.
In knapp 200 Vorträgen stellen Referenten
aus dem In- und Ausland im
Congress Center Leipzig (CCL) die neusten Entwicklungen sowie
innovative Konzepte aus dem Bereich der Bibliotheksarbeit vor.
Zahlreiche Workshops und Arbeitssitzungen bieten die Gelegenheit
für
einen intensiven fachlichen Austausch. Zudem wird der Kongress von
einer Fachausstellung begleitet. Das Thema, mit dem sich die
Informationsfachleute in diesem Jahr
schwerpunktmäßig beschäftigen,
lautet „Information und Ethik“.
Es trifft den Kern ihrer Arbeit, denn die Bibliotheken verstehen sich
von jeher als Garanten für den freien, fairen und
gleichberechtigten
Zugang zu Information und Wissen. Damit leisten sie einen wesentlichen
Beitrag zur Entwicklung und zum Schutz von demokratischen
Zivilgesellschaften.
Um das zentrale Thema gruppieren sich vier
Themenschwerpunkte.
Themenschwerpunkt 1: Gastland
Dänemark
Dänemark ist das Gastland des
diesjährigen Kongresses. Das
hochentwickelte dänische Bibliothekswesen gilt im
internationalen
Vergleich als mustergültig, weil es weitreichende Aufgaben in
Kultur
und Bildung übernimmt. Zudem folgt Dänemark bei der
Bibliotheksarbeit
einem hohen ethischen Anspruch: Das Land gilt als Vorreiter bei der
Verteidigung des Rechtes auf den allgemeinen und
kostengünstigen Zugang
zu Information und Wissen.
Die Bibliotheken sind in der dänischen
Gesellschaft fest verankerte und
ausgesprochen populäre Institutionen. Das spiegelt sich zum
einen im
großen und kontinuierlichen staatlichen Engagement
für den
Bibliotheksbereich, zum anderen in der äußerst
intensiven Nutzung der
öffentlichen Bibliotheken wider.
Beim Bibliothekskongress stellen die Referenten
aus Dänemark ihre
Bibliothekslandschaft als Best-Practice-Beispiel vor. Zunächst
liefert Jens Thorhauge, der Direktor der zentralen
Steuerungsagentur
für Bibliotheken in Dänemark (Biblioteksstyrelsen)
einen ersten
überblick. Weitere Vorträge widmen sich dann im Laufe
der Kongresstage
den dänischen Erfolgsfaktoren: den kohärenten
Modernisierungsstrategien, dem weit verbreiteten Einsatz modernster
Technologien sowie der effizienten Kooperation und Organisation.
Die Referenten geben inspirierende Einblicke in
die verschiedenen Bereiche der Bibliotheksarbeit: Bertil
Fabricius Dorch von der Universitätsbibliothek in
Kopenhagen berichtet über die dänische
„Open Access Policy“; Jens Ingemann Larsen
und Jacob Heide Petersen stellen erfolgreiche
Innovationsstrategien vor – Larsen am Beispiel der
Öffentlichen, Petersen am Beispiel der Wissenschaftlichen
Bibliotheken; Gitte Larsen von der
dänischen Bibliothekshochschule erläutert die
effiziente Aus- und Fortbildung von Informationsspezialisten, und Helle
Wiese, Bibliotheksdirektorin in Fredericia, zeigt auf, wie
Bibliotheken und Schulen in Dänemark eng zusammenarbeiten.
In der Diskussionsrunde „Was nutzt ein
Bibliotheksgesetz?“ tauschen
Vertreter aus Dänemark, Finnland, Ungarn und Italien ihre
Erfahrungen
mit einer gesetzlichen Grundlage für die Bibliotheksarbeit
aus, die es
in Deutschland weder auf nationaler Ebene noch in den
Bundesländern
gibt.
Themenschwerpunkt 2: Informationsfreiheit
Auch der zweite Themenschwerpunkt ist eng mit dem
Thema des Kongresses
„Information und Ethik“ verknüpft. Zwei
Sektionen befassen sich mit dem
Recht auf Informationsfreiheit, das in der Allgemeinen
Erklärung der
Menschenrechte der Vereinten Nationen festgeschrieben ist. Doch selbst
in einer offenen, demokratischen Gesellschaft ist es eine durchaus
komplexe und keineswegs widerspruchsfreie Aufgabe, den freien Zugang zu
Information zu garantieren.
Welche Verantwortung Bibliothekare und
Bibliothekarinnen
weltweit dabei tragen und wie sie ihr gerecht werden können,
erörtern
in Leipzig Vertreter des internationalen Büros FAIFE, das 1997
in
Kopenhagen gegründet wurde. FAIFE steht für
„Free Access to Information
and Freedom of Expression“ und ist der Name eines Ausschusses
im
Weltverband der Bibliotheken (IFLA). Seine Aufgabe ist es, sich im
Bereich der Bibliotheksarbeit für die Durchsetzung des
Menschenrechts
auf Informations- und Meinungsfreiheit zu engagieren.
Der Generalsekretär der IFLA, Peter
Lor, wird über die Initiativen und
Prioritäten von FAIFE für die nächsten Jahre
Auskunft geben. Paul Sturges, der Vorsitzende der
IFLA/FAIFE, skizziert die Relevanz von Informationsfreiheit und lotet
die Grenzen der Meinungsfreiheit – auch vor dem Hintergrund
des Karikaturenstreits – aus. Stuart Hamilton,
ehemals wissenschaftlicher Mitarbeiter beim FAIFE-Büro in
Kopenhagen, berichtet über Information und Meinungsfreiheit in
Israel und Palästina.
Eine andere Sektion des Kongresses befasst sich
mit Zensur und
Informationsfreiheit in Zeiten der Bedrohung durch Terror. Die Referate
von Johannes Feest, Jürgen
Babendreier und Björn Biester
bieten analytische Rückblicke auf die Situation in der BRD der
1970er-Jahre. Damals waren Bibliotheken mitunter beschuldigt worden,
Schriften der „Roten Armee Fraktion“ zu besitzen
und zu verleihen. Helga Lüdtke
wendet sich aktuellen Entwicklungen zu. Sie verfolgt „Die
Spuren des
‚Patriot Act’ im amerikanischen
Bibliothekswesen“; das Gesetz erlaubt
dem FBI zum Beispiel Nachforschungen in Bibliotheken und damit auch den
Zugang zu Daten über die Mediennutzung.
Themenschwerpunkt 3: Digitale Bibliothek
Digitale Bibliotheken sind auf besondere Weise
dafür prädestiniert, den
barrierefreien Zugang zur Information zu garantieren. Gerade deswegen
fordert Frank Daniel von der Stadtbibliothek
Köln in seinem
Plenumsvortrag „Digitale Virtuelle Bibliothek“ die
öffentlichen
Bibliotheken auf, Medien auf elektronischem Weg zu verleihen und ihre
Bestände auf digitale Inhalte auszudehnen – um auf
dem
Informationsmarkt weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.
Gleich mehrere Sektionen geben auf dem Kongress
einen überblick über
wegweisende Projekte für digitale Bibliotheken. Hier
präsentieren sich
Virtuelle Fachbibliotheken und Kooperationsprojekte zwischen
Bibliotheken, Archiven und Museen; zudem werden technische
Lösungen für
die Präsentation digitaler Inhalte vorgestellt.
Daneben werden in Leipzig auch noch
ungelöste Probleme
thematisiert. Die Digitalisierung ist eine wichtige Strategie zur
langfristigen Bestandserhaltung; umso dringender ist die Sicherheit der
digitalen Archive. Wie aber kann man angesichts der rasanten
technologischen Entwicklung gewährleisten, dass die Daten auch
in
fernerer Zukunft noch in authentischer Form verfügbar sind?
Dieser
Frage widmen sich Spezialisten für Langzeitarchivierung in
einer
eigenen Sektion – so zum Beispiel Stephani Scholz
vom Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen, die mit
ihrem Vortragstitel die Herausforderungen ihrer Arbeit auf den Punkt
bringt: „Heute das Morgen denken“.
Neben den technischen Problemen sind es vor allem
rechtliche
Unklarheiten, die den Ausbau digitaler Bibliotheken hemmen. Heikel ist
die Frage, wie die Rechte von Werkurhebern geschützt und
gleichzeitig
die Interessen der Öffentlichkeit gewahrt werden
können. Zwei Sektionen
befassen sich mit den Themen Urheberrecht und Datenschutz. Harald
Müller deckt in seinem Vortrag „Bildrechte
kontra Informationsfreiheit“ beispielsweise
überraschende Rechtsfolgen von Digitalisierungen auf; Haike
Meinhardt informiert über den Einsatz von
„Digital Rights Management“-Produkten, die nicht
nur den reinen Kopierschutz, sondern abgestufte Zugangs- und
Nutzungsrechte von digitalen Inhalten ermöglichen.
Die Abschlussveranstaltung des Kongresses widmet
sich dem Projekt
„Europäische Digitale Bibliothek“. Hier
diskutieren unter anderem Elisabeth Niggemann, die
als Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek Mitglied der
„High Level Expert Group on Digital Libraries“ der
Europäischen Kommission ist, sowie Helga
Trüpel,
die stellvertretende Präsidentin des Kulturausschusses des
Europäischen
Parlaments, über die Vision, die digitalen Bestände
der europäischen
Bibliotheken, Museen und Archive unmittelbar nutzen zu können.
Themenschwerpunkt 4: Lernort Bibliothek
Bibliotheken sorgen nicht nur für die
Bereitstellung von Medien
und Informationen, sie machen auch zahlreiche Lernangebote und bieten
sich als außerschulischer Lernort an – und das
keineswegs erst seit dem
PISA-Schock. Das Angebot an nachahmenswerten Projekten ist so
vielfältig, dass auf dem Kongress in der Sektionen innovative
Modelle
für den Lernort sowie für den Bildungspartner
Bibliothek vorgestellt
werden.
In der Sektion „Bibliothek und
Schulen“ werden erfolgreiche Kooperationen
präsentiert. So berichtet etwa Susanne Rockenbach,
wie Gymnasien, Universitäts- und Stadtbibliothek in Kassel eng
zusammenarbeiten, um Oberstufenschüler mit Medienkompetenz
auszustatten. Heike Janssen und Corinna
Roeder schildern, wie die
Oldenburger Bibliotheken mit Kooperationsvereinbarungen als feste
Bildungspartner der Schulen in der Region agieren.
Daneben werden erfolgreiche Modelle für
die Vermittlung von
„Sprach-, Lese- und Informationskompetenz“
vorgestellt. Beispielweise
berichtet Birgit Lotz von den Erfahrungen, die die
Stadtbibliothek in Frankfurt am Main mit ihrem PC-Lernstudio zur
Alphabetisierung von Migranten macht. Anke
Märk-Bürmann erläutert, wie die
Akademie für Leseförderung der Stiftung Lesen
nachhaltig die Lesekompetenz und -freude von Kindern und Jugendlichen
in Niedersachsen steigert.
In der Sektion zur „Kinder- und
Jugendbibliotheksarbeit“ ist die Leseförderung ein
zentrales Thema. Dort stellt Ute Hachmann das
Pilotprojekt „Bücherbabys“ der
Stadtbibliothek Brilon vor. In Brilon
erhalten alle jungen Mütter ein „Lesestart-
Paket“, das über die
Wichtigkeit einer frühen Sprach- und Leseförderung
informiert und
gleichzeitig zum Besuch der Bibliothek animiert. Karin
Rösler
berichtet von einem multilingualen Vorleseprojekt in Stuttgart und von
den Chancen, die das Vorlesen in der Muttersprache für die
Sprach- und
Leseförderung bietet.
Zwei weitere Sektionen befassen sich mit den
Lernangeboten
wissenschaftlicher Bibliotheken. Zum einen werden die
Möglichkeiten und
Grenzen von E-Learning-Konzepten für die Vermittlung von
Recherchetechniken ausgelotet, zum anderen Fachhochschulbibliotheken
als virtuelle Lernorte vorgestellt.
Das aktuelle Kongress-Programm mit Abstracts zu
den geplanten Beiträgen finden Sie im Internet unter http://www.bid-kongress2007.de.
Die 17.
Gemeinsamen Bibliothekstage für
Niedersachsen und Sachsen-Anhalt werden voraussichtlich am 7.
und 8. September 2007 in Halle / Saale
stattfinden.

BiSON-intern
Als 2. BiSON-Vorsitzender für das Jahr
2007 wurde Herr Axel Plähn, der Leiter der
Bibliothek des Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
(HZI), einstimmig gewählt.
Die BiSON-Mitteilungen werden in Zukunft nur noch
verkürzt und
im Internet zur Verfügung stehen. Bitte nutzen Sie Ihre eigene
Homepage, um auf aktuelle Projekte und Termine hinzuweisen, oder senden
Sie mir eine Mail, damit ich Ihre Meldungen und Berichte auf die
BiSON-Seite (http://www.biblio.tu-bs.de/bison.html)
einspielen kann.
Die nächste BiSON-Sitzung
findet voraussichtlich am
6. oder 13. Juni 2007, um 9.30 Uhr
statt.
Redaktionsschluss für die BiSON-Mitteilungen 3/2007 ist der
25. Juni 2007.

Redaktion:
Rita Dopheide
Universitätsbibliothek der TU
Pockelsstraße 13, 38106 Braunschweig
Postfach 33 29, 38023 Braunschweig
Tel.: 0531/391-5019
Fax: 0531/391-5836
E-Mail: r.dopheide@tu-bs.de
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