Die Vieweg-Archive der Universitätsbibliothek Braunschweig
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Transkription |
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Copenhagen 6 October 1843
Lieber Hr Vieweg!
Nachdem ich weder von Ihnen noch von dem Grafen Rantzau
lange keine Nachricht von dem Bücher-Päckchen erhalten hatte,
welches ich in Ihrem Namen mit der Post nach Föhr an den König
schickte, schrieb ich dem Grafen Rantzau und fragte ob er das
Päckchen - welches, meiner Vermuthung nach, den "Dichters
Bazar" einhalten sollte, obgleich das Format nicht darauf
deutete - bekommen hatte; nun schreibt mir der Graf, er habe
persönlich das Päckchen an den König überreicht, S. Majestät
habe seine Zufriedenheit mit der Übersendung und der Dedication
geäußert, als aber das Päckchen geöffnet wurde, habe man keinen
"Bazaren", sondern andere Bücher darin gefunden! Darum
benachrichtige ich Sie nun gleich! Ist es ein Fehler, so habe
ich keine Schuld daran. In der Güldendalschen Buchhandlung
empfing ich 2 Päckchen, das eine mit
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meiner Adresse, darin 6 Exempl., welche ich,
als für mich bestimmt, wie ich glaubte, unter meinen Freunden
vertheilte, das andere versiegelt und adressiert an den König;
kein Brief begleitete diese Sachen, nur wußte man in der
Buchhandlung, daß beide Päckchen von Ihnen für mich bestimmt
waren; danach machte ich meine Berechnung: das in dem zweiten
Päckchen, obgleich im Format größer als der Bazar, kann nichts
anders seyn als ein Prachtexemplar für den König. Hierüber
erwarte ich nun bald eine Auskunft, und jedenfalls bitte ich Sie
das Exemplar für den König gleich zu senden, wenn es nicht schon
geschehen ist; denn diese Irrung kann nicht anders als für mich
unangenehm seyn, -
Wie geht es mit den übrigen Theilen? Z B: der
Improvisator (die Tittel Jugendleben und Träume mag ich nicht
gern, lieber die originale einfache : Der Improvisator)
Was sagen Sie von dem Herrn Nieritz, der in seiner
"Jugendbibliothek"
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und dennoch Exemplar "besonders abgedruckt in
der Jugend Bibliothek", eine Erzählung Naomi und Christian oder
der arme Geiger, enthält; Wort für Wort, aber nur gestümmelt
mein "Nur ein Geiger", ohne daß es mit einem Worte erwähnt
wird, daß ich, und nicht Hr Nieritz der Verfaßer ist. Er sollte
doch eigentlich der Mann und vielleicht auch andere darauf
aufmerksam gemacht werden. Was meinen Sie davon; ich überlaße es
Ihnen.
Ihr ergebenster
H. C. Andersen
meine Adresse ist
Hotel dú Nord in Copenhagen.
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[i] zuletzt aktualisiert:
23.04.2010
Email:
ub@tu-bs.de